Neue OZ: Kommentar zu ThyssenKrupp
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Der Fisch stinkt immer vom Kopf her. Bester Beleg für diese These
ist der tief in die Verlustzone gesunkene ThyssenKrupp-Konzern.
Gerade erst hat sich das Unternehmen wegen Luxusreisen auf
Firmenkosten sowie der Kostenexplosion bei den Stahlwerken in
Brasilien und den USA von drei Vorständen getrennt. Nun gerät ein
weiterer Führungsmann in die Kritik: Aufsichtsrat Bertin Eichler.
Zerknirscht räumt der hochrangige IG-Metall-Funktionär das Feld, weil
er eingestehen musste, extrem teure Firmenreisen unternommen zu
haben.
Dass Eichler sich dadurch hat milde stimmen lassen und seine
Kontrolltätigkeit beeinflusst wurde, ist nicht mehr als eine
Vermutung, eine allzu naheliegende allerdings. Erinnerungen werden
wach an die VW-Schmiergeldaffäre. Luxusreisen waren auch bei
Volkswagen ein beliebtes Mittel, Arbeitnehmervertreter bei Laune zu
halten. Abstecher ins Rotlichtmilieu sorgten für weitere unrühmliche
Höhepunkte.
ThyssenKrupp ist indessen an einem Tiefpunkt angelangt. Fünf
Milliarden Euro Verlust sowie Kartell- und Korruptionsaffären sind
deutliche Zeichen: Dieser Konzern wird nicht nur miserabel geführt,
sondern auch unzureichend kontrolliert. Glaubt man Aktionärsberatern,
hat allen voran Aufsichtsratschef Gerhard Cromme versagt. Das
Ergebnis: ein Debakel für den Konzern, vor allem aber für
Arbeitnehmer und Aktionäre, die jetzt die Folgen ausbaden müssen.
Uwe Westdörp
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Datum: 11.01.2013 - 22:00 Uhr
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