Frost: Gefahr für wasserführende Leitungen
Heizen hilft / Außenbereiche und schlecht isolierte Gebäude besonders gefährdet / 1,5 Millionen Wasserschäden jährlich / Veränderungen berücksichtigen / Tipps für den Wintercheck
Gefährlich: Wenn die Leitung auftaut und das Wasser zunächst unbemerkt austritt, können Hausbesitzer(firmenpresse) - Kiel, im Januar 2013. Leitungswasserschäden treten etwa sechs Mal häufiger auf als Feuerschäden: Rund 1,5 Millionen Mal im Jahr wird alleine den Versicherern ein Wasserschaden gemeldet. "Frost steht dabei ganz oben auf der Verursacherliste", sagt Dr. Hans-Hermann Drews, Geschäftsführer des Kieler Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS). "Eigentümer von Wohnimmobilien und Verantwortliche für öffentliche Gebäude sollten vorsorgen, bevor die Temperaturen noch weiter sinken", so Drews. Das IFS zeigt, wo besondere Gefahren drohen, und hat dazu eine Wintercheckliste für wasserführende Leitungen in beheizten und unbeheizten Gebäuden entwickelt:
http://ifs-kiel.de/08_titel/2012/IFS_frostcheck.pdf.
Gefährdete Bereiche identifizieren
Die Checkliste hilft auch, frostgefährdete Bereiche in einem Gebäude zu identifizieren. Frostschäden können oft mit geringem Aufwand verhindert werden. "Leitungen im Innenbereich können effektiv geschützt werden, wenn alle betroffenen Räume auch bei Abwesenheit so beheizt werden, dass das Wasser nicht gefrieren kann", rät Drews. Die benötigte Wärme ist abhängig von der Lage der Rohre und der Dämmung des Hauses: Altbauten sind meist schlechter gedämmt als Neubauten. Aber auch gute Isolierungen reichen alleine nicht als Frostschutz: Eine Mindestbeheizung im Gebäude ist notwendig. Räume mit undichten Fenstern oder wenig genutzte Räume wie Dachböden, Kellerräume oder Abseiten, die über keine Heizung verfügen oder wegen mangelnder Nutzung nicht ausreichend beheizt werden, sind besonders gefährdet. Auch wenn Umbauten oder Nutzungsveränderungen die Temperaturverhältnisse beeinflussen, müssen Hausbesitzer möglicherweise handeln. Das können neue Fenster oder der Auszug der erwachsenen Kinder sein. Drews: "Auch leer stehende Häuser oder Ferienwohnungen werden oft vergessen." Wer ein Haus längere Zeit nicht bewohnt, sollte alle Leitungen regelmäßig auf Frostfreiheit prüfen oder prüfen lassen und die Sicherheitsmaßnahmen kontrollieren.
Außenleitungen sind ungeschützter und damit anfälliger für Kälte als innenverlegte Rohre. Die Wasserzufuhr für den Außenbereich muss vor dem Winter abgeriegelt, die Leitungen müssen entleert werden.
Elektrische Absperrventile bringen Sicherheit
Da Wasserleitungen meistens gut verputzt in den Wänden verschwinden, werden sie auch gerne vergessen. Das Tückische: Es kann Tage oder Wochen dauern, bis ein Schaden bemerkt wird. In vielen Fällen sogar erst, wenn die Frostperiode lange vorüber ist. Doch selbst ein kleines Leck kann bereits weitreichende Folgen haben.
Die richtigen Versicherungen helfen, den finanziellen Schaden abzufedern. Doch ein Schadenfall ist auch mit viel Aufwand und Ärger verbunden. "Ein Schaden sollte deshalb von vornherein verhindert werden", sagt Drews. In immer mehr kommunalen Gebäuden wie Schulen, aber auch in Privathaushalten werden inzwischen elektrische Absperrventile eingesetzt. Sie lassen sich leicht und zentral bedienen. Auch das IFS empfiehlt den Einbau zur wirksamen Prävention von Leitungswasserschäden. "Vor allem bei Abwesenheit bedeutet dies ein Plus an Sicherheit gegen ungewünschten Wasseraustritt. Wer das Haus verlässt, der sollte nicht nur das Licht ausschalten, sondern auch die Wasserzuleitung mit einem Knopfdruck sperren", so Drews. Knapp 1.000 Euro müssen für elektrische Absperrventile investiert werden.
Das IFS zeigt einen Informationsfilm zu Leitungswasserschäden und zu den elektrischen Absperrventilen. Der Filmbeitrag kann auf der Homepage www.ifs-ev.org oder YouTube (Stichwort "IFS Kiel - Leitungswasserschäden") angesehen werden.
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Ursachenforschung, Beratung sowie Schulungsmaßnahmen zu den Themen Feuer, Technik und Umwelt sind die Kernaufgaben des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer. Die gewonnenen Erkenntnisse aus tausenden von Gutachten werden in der Beratung zu Sanierungen und im Engagement für Schadenverhütungsmaßnahmen weitergegeben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Das Institut hat inzwischen eine über 125 Jahre alte Tradition und ist neben dem Hauptsitz in Kiel auch in Berlin, Düsseldorf, Hannover, München, Münster, Stuttgart und Wiesbaden vertreten. Die Wurzeln des Instituts gehen in das Jahr 1884 zurück, als die Schleswig-Holsteinische Brandkasse in Kiel eine damals einzigartige Brandverhütungsabteilung gründete. 1952 entstand hieraus schließlich das Kieler Laboratorium für Brandschutztechnik und Brandermittlung, das sich durch seine Forschungsergebnisse bald über die Region hinaus einen Namen machte. Aus diesem Labor ging 1976 das IFS hervor.
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Datum: 13.01.2013 - 16:42 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 795179
Anzahl Zeichen: 4029
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Hans-Hermann Drews
Stadt:
Kiel
Telefon: 0431 - 7 75 78 - 0
Kategorie:
Haus & Garten
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