ThyssenKrupp darf in Brasilien keine verbrannte Erde hinterlassen / Stahlwerksbetreiber muss für Schäden in Brasilien einstehen
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und ein Bündnis von Nichtregierungsorganisationen fordern
ThyssenKrupp auf, für die durch das Stahlwerk in Brasilien
entstandenen Schäden Verantwortung zu übernehmen. Das Bündnis lehnt
einen Verkauf des defizitären Stahlwerks ab, bevor geschädigte
Gruppen an der Bucht von Sepetiba und in Rio de Janeiro durch
ThyssenKrupp entschädigt sind.
"Der Vorstand von ThyssenKrupp hat gegen die Regeln
verantwortungsvoller Unternehmensführung verstoßen", sagte der
Geschäftsführer der Kritischen Aktionäre, Markus Dufner. "Mit der
Beteiligung am Schienenkartell hat das Unternehmen gegen
Corporate-Governance-Richtlinien verstoßen. Viel gravierender sind
aber das Missmanagement beim Stahlwerksbau in Brasilien, der Umgang
mit Entschädigungsforderungen und die Rüstungsgeschäfte mit
undemokratischen Staaten. Dadurch wurden Wert und Reputation des
Unternehmens dramatisch gemindert. Personifiziert wird der moralische
Niedergang bei ThyssenKrupp durch Gerhard Cromme, den langjährigen
Aufsichtsratsvorsitzenden, dessen Rücktritt wir fordern." Nur einer
könne dafür sorgen, so Dufner: "Berthold Beitz, der Vorsitzende der
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die 25,3 Prozent der
Anteile an ThyssenKrupp hält."
"Die mangelhafte Planung, Ausführung und Inbetriebnahme des
größten Stahlwerks in Lateinamerika an der Bucht von Sepetiba hat die
Existenz von 8.000 Fischern vernichtet und bei der lokalen
Bevölkerung zu schweren Gesundheitsschäden geführt", sagte Marcos da
Costa Melo von der Kooperation Brasilien (KoBra) aus Freiburg.
Christian Russau vom Forschungs- und Dokumentationszentrum
Chile-Lateinamerika (FDCL) ergänzte: "ThyssenKrupp ist den erhobenen
Vorwürfen weder ausreichend nachgegangen, noch hat es durch geeignete
Maßnahmen dafür gesorgt, eine weitere Gesundheitsgefährdung der
Anwohner auszuschließen." Nach dem letzten großen Staubniedergang auf
die angrenzenden Wohngebiete Ende Oktober 2012 drohen die Behörden
unmissverständlich mit der Schließung. "ThyssenKrupp hat auch
zweieinhalb Jahre nach Betriebsbeginn des TKCSA-Werks in Rio keine
definitive Betriebsgenehmigung und wird sie angesichts der vom Werk
ausgehenden anhaltenden Umweltverschmutzung auch in Zukunft nicht
erhalten", so Russau.
Die sozialmedizinische Hilfs- und Menschenrechtsorganisation
medico international hat Anhaltspunkte, dass die Dokumentation von
Gesundheitsschäden der lokalen Bevölkerung - wenn überhaupt - nur
unzureichend stattfindet. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und
ihren Vertretern fordert medico deshalb eine unabhängige
epidemologische Studie über die gesundheitlichen Auswirkungen des
Stahlwerkes für Arbeiterinnen und Arbeiter und für die anwohnende
Bevölkerung. Eine erste Gesundheitsstudie wird derzeit vom
brasilianischen medico-Partner PACS erstellt. "Die Ängste der
Bevölkerung vor dem Stahlwerk sind groß, weil TKCSA ihre
gesundheitlichen Interessen systematisch missachtet", so Katja
Maurer, Pressesprecherin von medico international.
"Trotz aller finanziellen Schwierigkeiten muss ThyssenKrupp auf
Rüstungsgeschäfte mit Ländern verzichten, die weder demokratisch sind
noch für ihre Bevölkerung ausreichende Gesundheits- oder
Bildungsausgaben vorsehen", forderten Dachverbands-Vorstand Dorothea
Kerschgens und die Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!.
Hinweise:
- Interviews und Fotos am 18. Januar ab 8.30 Uhr vor dem
RuhrCongress in Bochum
- Gegenantrag: www.kritischeaktionaere.de
Kontakt und weitere Informationen:
- Markus Dufner, Dachverband der Kritischen Aktionäre, Tel. 0221 /
599 56 47, mobil 0174 / 403 8806, dachverband@kritischeaktionaere.de
- Christian Russau, Kooperation Brasilien (KoBra), mobil: 0171 /
2095585, chrussau@googlemail.com
- Katja Maurer, medico international, Pressesprecherin, mobil: 0171 /
1221261, maurer@medico.de
- Marcos A. da Costa Melo, FUgE Hamm/Kooperation Brasilien (KoBra),
Tel. 02381 / 41511, dacostamelo@fuge-hamm.de
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Datum: 16.01.2013 - 10:57 Uhr
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