Gespräche mit Apothekern verbessern Therapietreue der Patienten
ID: 797044
deutlich verbessern. Das berichtet die Zeitschrift "Psychologie
heute" in ihrer aktuellen Ausgabe und bezieht sich dabei auf eine
wissenschaftliche Metaanalyse. Demnach können Apotheker die
Therapietreue besser steigern als andere Berufsgruppen oder
schriftliche Informationsmaterialien. Einen positiven Effekt haben
die Gespräche aber nur, wenn sie innerhalb der Apotheke stattfinden.
Ausgewertet wurden die Effekte von Gesprächen zwischen Apotheker und
Patient, bei denen die bestehende Medikation durch den Apotheker
erläutert und über einen gesünderen Lebensstil informiert wurde.
Jeder zweite Patient nimmt seine Medikamente bei einer
Langzeittherapie nicht wie vom Arzt vorgesehen ein. "Die Gründe dafür
sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Sie reichen von
Vergesslichkeit über Unsicherheit bei der Anwendung bis zur
Überzeugung eines Patienten, dass ihm ein Medikament mehr schadet als
nutzt", sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA -
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. "Im persönlichen
Gespräch können die Apotheker nicht nur sachlich informieren, sondern
auch gezielt auf die Befürchtungen ihrer Patienten eingehen. Solche
Gespräche sind allerdings zeitaufwändig, das kann der Apotheker nicht
'nebenbei' leisten."
"Werden Medikamente nicht eingenommen, schadet das nicht nur dem
einzelnen Patienten, dessen Krankheit unbehandelt bleibt", sagt
Schmidt. "Auch die Krankenkassen haben einen wirtschaftlichen
Nachteil, wenn sie für Medikamente bezahlen, die im Nachttisch
vergammeln." Mangelnde Therapietreue, auch Non-Compliance genannt,
ist für die Krankenversicherungen teuer. Die direkten Kosten der
Non-Compliance, etwa durch Krankenhauseinweisungen, werden auf
jährlich mehrere Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommen indirekte
Kosten, beispielsweise wenn eine Erkrankung nicht ausreichend
behandelt und der Patient deshalb arbeitsunfähig wird. Detaillierte
Zahlen zu den Kosten der Non-Compliance in Deutschland gibt es
bislang nicht.
Diese Pressemitteilung und weitere Informationen stehen unter
www.abda.de
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Dr. Ursula Sellerberg, MSc
Stellv. Pressesprecherin
Tel.: 030 40004-134
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Datum: 16.01.2013 - 11:39 Uhr
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