Neue OZ: Kommentar zu Bosch
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Milliarden Euro investiert und jetzt nur noch Grundstückswerte in
den Büchern - so sieht bei Bosch die bittere Zwischenbilanz in einem
vermeintlich zukunftsträchtigen Geschäftsfeld aus. Bosch mit seiner
legendären Technik-Kompetenz gilt als attraktiver Arbeitgeber für den
Ingenieursnachwuchs. Würde selbst die Ideenschmiede der Nation vor
der Herausforderung Solartechnik kapitulieren, wäre das Aus für die
ganze Herstellerzunft hierzulande markiert.
Aber nicht nur das. Auch der Erfolg der Energiewende stünde auf
dem Spiel. Denn auch um den Ausbau der Offshore-Windkraft, den
anderen Öko-Ersatz für Kohle und Atomkraft, sieht es düster aus. Man
muss also hoffen, dass wenigstens Leuchttürme wie Bosch die
Solarkrise überdauern, wenn schon andere Größen dahingerafft wurden.
Man muss aber auch die Rahmenbedingungen der Energiepolitik neu
überdenken. Zur Rettung gefährdeter Windtechniker-Jobs in Emden
wollte ja zuletzt sogar die FDP mithilfe der Landesbank beitragen.
Konzerne wie Bosch entbindet das nicht von unternehmerischer
Verantwortung. Sie stehen für Deutschland als Ganzes, denn die
Deutschland AG existiert nach wie vor. Gestern hatte Gerhard Cromme
als Chefkontrolleur ein unliebsames Déjà-vu-Erlebnis mit Aktionären.
Nicht bei ThyssenKrupp, sondern diesmal bei Siemens. Dort und bei
Bosch geht es bergab, aber es gibt insgesamt noch schwarze Zahlen.
Das heißt immerhin Zeitgewinn.
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Datum: 23.01.2013 - 22:00 Uhr
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