Solidarität ist keine Einbahnstraße
ID: 803084
Solidarität ist keine Einbahnstraße
Rentner haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Deshalb macht die Partei DIE LINKE momentan Stimmung gegen den Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, der auch bei Senioren in der Gesetzlichen Krankenversicherung fällig wird. Doch das Argument verfängt nicht. Denn umgekehrt tragen junge Erwerbstätige mehr als die Hälfte der Kosten, die Ältere in der Krankenversicherung verursachen.
Seit Juli 2005 zahlen Arbeitnehmer und Rentner den Zusatzbeitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dagegen haben einige Ruheständler - erfolglos - geklagt. DIE LINKE rechnet jetzt vor, dass Rentner seit 2005 mehr als 7,5 Milliarden Euro zur Finanzierung des Krankengelds beigetragen hätten. Was nach Skandal riecht, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen aber als Milchmädchenrechnung.
Es gibt nämlich keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Sonderbeitrag und dem Krankengeldanspruch. Der Beitrag dient vielmehr zur Finanzierung aller Leistungsansprüche in der GKV. So kann ja beispielsweise auch kein Mann einen niedrigeren Beitrag verlangen, weil er von den Leistungen bei Mutterschaft ausgeschlossen bleibt.
Außerdem vergessen die Wortführer, dass die Solidargemeinschaft ältere Versicherte bereits in hohem Maß unterstützt:
Im Jahr 2010 zahlte ein erwerbstätiges GKV-Mitglied zusammen mit dem Arbeitgeberanteil durchschnittlich 3.589 Euro an seine Krankenversicherung, nahm aber lediglich Leistungen für 2.473 Euro in Anspruch.
Rentner schlugen hingegen mit durchschnittlich 4.792 Euro Kosten je Mitglied zu Buche, die Beitragseinnahmen lagen indes im Schnitt nur bei 2.116 Euro.
Jeder beitragszahlende Rentner finanziert also gerade einmal 44 Prozent der von ihm verursachten Leistungsausgaben. Ruheständler vom Sonderbeitrag zu befreien hieße also, die jüngeren Beitragszahler noch stärker zu belasten.
Dr. Jochen Pimpertz
Telefon: 0221 4981-760
PresseKontakt / Agentur:
Dr. Jochen Pimpertz
Telefon: 0221 4981-760
Datum: 25.01.2013 - 14:21 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 803084
Anzahl Zeichen: 2101
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 334 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Solidarität ist keine Einbahnstraße"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die ehemalige Autostadt Detroit hat umgerechnet mehr als 15 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Jetzt ist die Stadt bankrott. Droht deutschen Kommunen Ähnliches? Immerhin stehen viele tief in der Kreide: Insgesamt betrug der Schuldenberg aller Städte und Gemeinden am Ende des ersten Quartals 20
Der Lohn der guten Tat ...
Das Thema nachhaltiges Wirtschaften gewinnt für deutsche Immobilienunternehmen zunehmend an Bedeutung. Das hat eine Studie ergeben, die im Frühjahr 2013 gemeinsam von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und dem Kompetenzfeld Immobilienökonomik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) durchg
Mehr Binnenmarkt, mehr Wachstum ...
Gelingt es, den Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union weiter zu liberalisieren, könnte dies helfen, die Krise in der Eurozone besser in den Griff zu bekommen. Denn ein starker Binnenmarkt führt zu mehr Wettbewerb, höherem
Weitere Mitteilungen von Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)
NDR Info 'Redezeit - Der NDR im Dialog': Wie gerecht ist der neue Rundfunkbeitrag? ...
Sendung: Dienstag, 29. Januar, 21.05 Uhr, NDR Info, Redezeit Kurztext Seit Anfang des Jahres gibt es den neuen Rundfunkbeitrag. Dahinter steckt mehr als eine Namensänderung. Wie gerecht ist das neue Modell? Das ist das Thema der "Redezeit" auf NDR Info am Dienstag, 29. Januar, ab 21
SWORN-Informationsfilm zum Wachstumsmarkt Mobilfunkinfrastruktur ...
Die Mobilfunkunternehmen müssen Milliarden in den Ausbau ihrer Mobilfunknetze investieren. Die Dringlichkeit der Investitionen verdeutlicht aktuell das Beratungsunternehmen Deloitte, das in seinem jährlichen Bericht "Technology, Media & Telecommunications Predictions" einen nahenden
HTGF macht Millionäre - warum Entrepreneurship der Finanz- und Wirtschaftskrise trotzt ...
(ddp direct) Der High-Tech Gründerfonds investiert seit 2005 jedes Jahr in 40-50 Start-Ups mit innovativen und häufig disruptiven Technologien mit starker Marktrelevanz. Eine ganze Reihe der Unternehmer sind Serial Entrepreneure, die mit Kapital und Know-how nach einem erfolgreichen Exit weitere G
Regus-Studie: Warum Unternehmen nicht ins Ausland gehen ...
Düsseldorf, 25. Januar 2013 - In Zeiten ständig wirtschaftlicher Schwankungen erzielen Unternehmen, die international agieren, deutlich höhere Umsätze und Gewinne als Unternehmen, die sich nur auf den nationalen Markt konzentrieren. Trotzdem schrecken viele Unternehmen vor diesem Schritt ab, da




