Gasabkommen zwischen Ukraine und Shell sorgt für Aufruhr in weltweiter Presse
ID: 803376
BBC, Financial Times, The Globe and Mail, The New York Times,
Reuters, The Wall Street Journal und eine Reihe weiterer globaler
Medien berichteten von der Unterzeichnung des Production Sharing
Agreement zwischen der ukrainischen Regierung und Royal Dutch Shell.
Gemäss der Vereinbarung haben Shell und das ukrainische
Staatsunternehmen Nadra Yuzivska gleiche Anteile an dem Unternehmen,
jeweils 50 Prozent.
"Ein neues Projekt wurde geboren. Dies ist nur der Anfang, wir
werden diese Zusammenarbeit fortsetzen", erklärte der ukrainische
Präsident Viktor Janukowitsch anlässlich der Unterzeichnung des
Vertrags am 24. Januar im schweizerischen Davos. Der Vertrag soll
Investitionen in der Ukraine fördern, zur Erhöhung der inländischen
Gasproduktion beitragen, Arbeitsplätze schaffen, die Wirtschaft
ankurbeln und die Staatseinnahmen erhöhen.
Wie Reuters betont, ist der 50-Jahres-Vertrag "der grösste Auftrag
zur Erschliessung von Schiefergas in Europa". Ausserdem sei der
Vertrag über 10 Milliarden USD ein bedeutender Schritt auf dem Weg
zur energiewirtschaftlichen Unabhängigkeit von Russland. Angeblich
besitzt die Ukraine 1,2 Billiarden Kubikmeter Schiefergas und damit
das drittgrösste Vorkommen in Europa.
The Wall Street Journal erinnert daran, dass sich die Ukraine
aufgrund der hohen Preise für importiertes russisches Gas besonders
für die Erschliessung heimischer Erdgasreserven einsetzt. Da sich das
Land weiterhin für die europäische Integration einsetzt, lehnte
Janukowitsch das Angebot Russlands, billigeres Gas im Gegenzug für
eine engere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit der
Nachbarländer zu liefern, ab.
Neil Buckley von der Financial Times glaubt, der Vertrag mit Shell
könne Investitionen in der Ukraine fördern. Er erinnert daran, dass
allein Shell sich 2013 dazu verpflichtet hat, 400 Millionen USD zu
investieren. Der Autor kritisiert die politischen und
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Ukraine und bemerkt, die
reduzierte Energieabhängigkeit der Ukraine könne eine Annäherung an
die EU zur Folge haben. Dies wiederum werde die "Gegebenheiten für
Investitionen" in dem osteuropäischen Land verändern.
Die New York Times zitiert den Londoner Experten von Lambert
Energy Advisory, der bemerkt, Energiekonzerne würden "das grosse
Potenzial des Landes" anerkennen. Das Dokument vergleicht die
ukrainischen Gas-Schätzungen mit jenen Algeriens, dem siebtgrössten
Gas-Exporteur.
Shell hat nun das Recht, im Mai 2012 das Schiefergasfeld Yuzivske
im östlichen Teil der Ukraine zu erschliessen. Im August 2012
erhielten Shell, ExxonMobil, der rumänische Konzern OMV Petrom und
das ukrainische Staatsunternehmen Nadra die gemeinsamen Rechte zur
Erschliessung der Tiefseevorkommen im Schwarzen Meer.
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Datum: 25.01.2013 - 23:05 Uhr
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