Neue OZ: Kommentar zu Spielemesse
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Der Spielwarenindustrie in Deutschland müsste es eigentlich
schlecht gehen. Wegen der sinkenden Geburtenrate wird das klassische
Zielpublikum für Bausteine und Puppen und Kaufmannsläden immer
kleiner. Und doch: Wie in den vorangegangenen Abschnitten legte
hierzulande der Umsatz im Spielwarenmarkt auch im vergangenen Jahr
wieder stärker zu als die Inflationsrate. Die Branche steckt den
Kinderschwund bewundernswert gut weg.
Das hat neben höheren Preisen auch andere Gründe: Mit dem
PISA-Schock zu Beginn des Jahrtausends hat die kindliche und
frühkindliche Bildung bei Eltern an Bedeutung gewonnen. Mütter und
Väter tun alles, um ihre Sprösslinge optimal auf Schule und
Berufsleben vorzubereiten. Selbst für Babys gibt es mittlerweile
Lernspielzeug, das sogar mit Smartphones kombiniert werden kann.
Vorschulkinder daddeln am Laptop, ältere bedienen ihr ferngesteuertes
Fahrzeug mittels Tablet-PC.
Die Verknüpfung von klassischem Spielzeug mit digitalen Funktionen
reizt aber nicht nur den Nachwuchs, sondern insbesondere auch die
Väter. Und diesen ist es längst nicht mehr peinlich, Spielzeug auch
für den Eigenbedarf zu kaufen. Zudem verfügt die heutige Generation
der Großeltern über genügend Geld, um den Enkeln das Kinderzimmer zu
füllen - ein Traum für die Kleinen, ein Segen für Hersteller und
Handel.
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Datum: 29.01.2013 - 22:00 Uhr
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