Elefantenmassaker im Regenwald
ID: 811041
Elefantenmassaker im Regenwald
WWF-Studie: Seit 2004 rund 11.000 Waldelefanten in Gabun getötet / Elfenbeinhandel stoppen - Petition unter www.wwf.de/wildtiermafiastoppen
Die Wildereikrise in Zentralafrika bedroht den Fortbestand seiner Elefantenpopulationen. Das belegt eine neue Studie, die der WWF, die Nationalparkbehörde von Gabun und die Wildlife Conservation Society (WCS) jetzt veröffentlicht haben. Vor zehn Jahren beheimatete der Minkébé Nationalpark in Gabun die größte Waldelefantenpopulation Afrikas. Doch seit dem Jahr 2004 wurden dort 11.100 Elefanten von Wilderern getötet. Das entspricht zwischen 44 und 77 Prozent der regionalen Bestände.
"Die Zahlen aus Minkébé bestätigen einen dramatischen Trend. Die Elefanten werden vor den Augen der Welt systematisch abgeschlachtet. In der Demokratischen Republik Kongo zum Beispiel haben sich die Bestände in den vergangenen zwanzig Jahren um 90 Prozent reduziert", sagt Dr. Ilka Herbinger, Afrika-Referentin des WWF Deutschland. "In gesamt Zentralafrika könnten die Tiere bald ausgerottet sein. Und nun fallen die Wilderer auch in die besser geschützten Nationalparks in Ost- und Südafrika ein."
In der Zentralafrikanischen Republik nutzen die Wilderer die derzeit politisch instabile Lage aus. Das Land war Mitte der 1980-ger Jahre Heimat von bis zu 80.000 Dickhäutern. Nun sollen es noch einige Tausend sein. In den letzten Tagen wurden dort mehrfach Wilderei-Vorfälle mit bis zu 60 getöteten Tieren in verschiedenen Landesteilen gemeldet. Um zu verhindern dass die Wilderer auch in das UNESCO-Weltnaturerbe Sangha-Dzanga eindringen, ist die neue Regierung dringend aufgefordert, ihr Militär zu Hilfe zu schicken.
Der Grund für den starken Anstieg der Wilderei ist die extrem gestiegene Elfenbein-Nachfrage aus Asien, die die Gewinnspannen deutlich nach oben treibt. Der Preis, der am Anfang der Handelskette für das Elfenbein eines einzigen großen Elefanten gezahlt wird, entspricht inzwischen einem Durchschnitts-Jahreseinkommen in Gabun und sogar vier Jahreseinkommen in Kamerun.
"Initiativen in Kamerun, Tschad und Gabun wie der Einsatz von Militär und Neueinstellung von Rangern sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Um die blutige Elfenbein-Wilderei zu stoppen, sind die Regierungen der Abnehmerstaaten in der Verantwortung. Länder wie China oder Thailand müssen dringend im eigenen Land Aufklärungsarbeit leisten, " sagt Herbinger.
Der WWF hat derweil eine Petition gestartet, um den Elfenbeinhandel in Thailand zu verbieten. Das Land ist eines der größten Schwarzmärkte für afrikanisches Elfenbein weltweit. Jede Unterschrift setzt ein Zeichen für den Schutz der Elefanten:
Bis 28. Februar die Petition unterschreiben: www.wwf.de/wildtiermafiastoppen
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Datum: 07.02.2013 - 11:21 Uhr
Sprache: Deutsch
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