Neue OZ: Kommentar zu EU / Finanzen / Zypern
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Eine größere Einigkeit als beim Nein zu Finanzhilfen für Zypern
gibt es im Bundestag bei kaum einem anderen Wirtschaftsthema.
Trotzdem kann alles schon bald ganz anders sein. Denn bei den
bisherigen Schlüsselentscheidungen in der Euro-Krise ging es mehr um
die Rettung der Währung als um die Wahrung der Moral.
So wird es auch im Fall Zypern kommen. Die Europäische Zentralbank
(EZB) erhöht den Druck, dass Geberländer wie Deutschland dem
Inselstaat schnell mit 17,5 Milliarden Euro unter die Arme greifen.
Und das ausgerechnet in Person von Jörg Asmussen. Viele erinnern sich
daran, dass sich der heutige EZB-Direktor als SPD-Staatssekretär vor
dem Jahr 2008 für Deregulierungen eingesetzt hatte, die zum Teil als
Auslöser der Bankenkrise gelten.
Vermutlich gehört auch Frank Schäffler zu jenen, die das nicht
vergessen haben. So ist der Vorschlag des FDP-Rebellen zu verstehen,
wonach die Zyprer ihren Gläubigern die Gasvorräte vor ihrer Küste
verpfänden könnten. Ähnlich Radikales hatte mancher vor der EU-Hilfe
auch von den Griechen verlangt: Sie sollten ihre Inseln verkaufen.
Solche Forderungen säen Zwist in Europa. Zum Zusammenhalt unter
Partnern gehört jedoch auch Ehrlichkeit: Wenn der
Bundesnachrichtendienst feststellt, Zypern sei "ein Einfallstor für
Geldwäscheaktivitäten in der EU", und die dortige Regierung das
bestreitet, gibt es unter Freunden einiges zu klären. Da mag die EZB
verlangen, was sie will.
Norbert Meyer
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 11.02.2013 - 22:00 Uhr
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