Der Emissionshandel hat sein Ziel erreicht
ID: 819106
Der Emissionshandel hat sein Ziel erreicht
Der Preis für CO2-Emissionsrechte ist zuletzt so tief gefallen, dass es sich für die Unternehmen häufig nicht mehr lohnt, in weitere Klimaschutzmaßnahmen zu investieren. Dennoch stoßen sie nicht mehr Kohlendioxid aus als vorgesehen.
Die Logik des Emissionshandels ist einfach: Investitionen in den Klimaschutz rechnen sich eher, wenn der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) teuer ist. Firmen, die effizientere Maschinen anschaffen, können die Ausgaben für die nicht mehr benötigten Zertifikate einsparen. Je höher der Zertifikate-Preis, desto lohnenswerter die Anschaffung. Die EU-Kommission will sich diesen Effekt stärker zu Nutze machen und die Zahl der Emissionszertifikate vorrübergehend reduzieren, um die verbliebenen Zertifikate zu verteuern. Auch die Abgeordneten des Europaparlaments sprachen sich jetzt mit klarer Mehrheit dafür aus, die Versteigerung von 900 Millionen Zertifikaten aus dem Zeitraum 2013 bis 2015 auf 2019 und 2020 zu verschieben. Das soll den Preis von derzeit weniger als 5 Euro pro Tonne CO2 in die Höhe treiben.
Der niedrige Zertifikate-Preis ist ein absehbares Ergebnis der Marktkräfte. Auf der einen Seite sank die Nachfrage, weil Europas Industrie in der Wirtschaftskrise die Produktion gedrosselt hat. Dadurch verringerte sich der Bedarf an Energie und damit der Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid. Zudem haben Europäische Unternehmen in großem Umfang Klimaschutzmaßnahmen in Ländern wie China umgesetzt. Das dort eingesparte CO2 durften sie in Europa zusätzlich emittieren, ohne dafür Zertifikate kaufen zu müssen. Nicht zuletzt hat der überraschend schnelle Zuwachs der erneuerbaren Energien in der deutschen Stromerzeugung dazu geführt, dass weniger Emissionsrechte benötigt werden. Während die Nachfrage also deutlich zurückging, ist das Angebot an Emissionsrechten sogar noch gestiegen - all das drückte den Preis.
Auch wenn sich teure Klimaschutzinvestitionen zu diesem Preis nicht mehr rechnen, wird der Emissionshandel das gesteckte Klimaschutzziel erreichen. Der Emissionshandel gibt eine feste Menge an erlaubten Emissionen vor, die dann dort eingespart werden, wo dies zu den geringsten Kosten möglich ist. Der derzeit niedrige Preis ist daher ein gutes Zeichen und kein Indiz für ein Marktversagen. Zudem entlastet er die Unternehmen und bremst den Anstieg der Strompreise.
Statt jetzt hektisch an den Obergrenzen für die CO2-Emissionen zu schrauben, um kurzfristig die Preise und damit die Kosten für Unternehmen und Verbraucher zu erhöhen, nur um sie dann in einigen Jahren wieder zu senken, sollten die Verantwortlichen vielmehr die längerfristigen Rahmenbedingungen klären. Das schafft Sicherheit für Unternehmen, die dann auch in den Klimaschutz investieren können.
Dr. Hubertus Bardt
Telefon: 0221 4981-755
PresseKontakt / Agentur:
Dr. Hubertus Bardt
Telefon: 0221 4981-755
Datum: 20.02.2013 - 15:21 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 819106
Anzahl Zeichen: 3003
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 246 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Der Emissionshandel hat sein Ziel erreicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die ehemalige Autostadt Detroit hat umgerechnet mehr als 15 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Jetzt ist die Stadt bankrott. Droht deutschen Kommunen Ähnliches? Immerhin stehen viele tief in der Kreide: Insgesamt betrug der Schuldenberg aller Städte und Gemeinden am Ende des ersten Quartals 20
Der Lohn der guten Tat ...
Das Thema nachhaltiges Wirtschaften gewinnt für deutsche Immobilienunternehmen zunehmend an Bedeutung. Das hat eine Studie ergeben, die im Frühjahr 2013 gemeinsam von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und dem Kompetenzfeld Immobilienökonomik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) durchg
Mehr Binnenmarkt, mehr Wachstum ...
Gelingt es, den Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union weiter zu liberalisieren, könnte dies helfen, die Krise in der Eurozone besser in den Griff zu bekommen. Denn ein starker Binnenmarkt führt zu mehr Wettbewerb, höherem
Weitere Mitteilungen von Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)
Studie von n-tv: Sparda-Bank München eG bietet die besten Ratenkredite ...
München - Die Sparda-Bank München eG bietet unter allen Filialbanken den besten Ratenkredit. Das hat eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv ergeben. Das Institut untersuchte von November 2012 bis Januar 2013 die Ratenkredit
BVDW und Leipzig School of Media starten ersten berufsbegleitenden Studiengang für Mobile Marketing ...
Crossmediales Masterprogram startet erstmals am 25. April 2013 Düsseldorf/Leipzig, 20. Februar 2013 - Am 25. April 2013 startet an der Leipzig School of Media (LSoM) der erste berufsbegleitende Studiengang für Mobile Marketing in Deutschland. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.
Razzia, Festnahmen, Ermittlungen - Immobiliengruppe S&K soll Anleger um 100 Millionen Euro geprellt haben ...
Erfurt, 20. Februar 2013. Über 1.000 Ermittler haben bundesweit Wohnungen und Büros der Immobiliengruppe S&K aus Frankfurt durchsucht. Die Verantwortlichen sollen mit einem Schneeballsystem Anleger um rund 100 Millionen Euro geprellt haben. Der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. (DVS) hat fÃ
Viel Bewegung bei Gebäuden, gute Zahlen bei den Finanzen ...
Die Eröffnungsbilanz der Region liegt vor, die Aussichten für den Jahresabschluss 2012 sehen gut aus, in Sachen Energieeffizienz hat die Regionsverwaltung ein ganzes Bündel an Maßnahmen entwickelt und an den Schulen wird kräftig saniert. Andrea Fischer, Dezernentin für Finanzen und Gebäude,




