Neue OZ: Kommentar zu Kirchen / Bischöfe / Vollversammlung
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Wohl noch nie ging es auf einer Bischofskonferenz so sehr um die
Frauen: zunächst um Frauen als Opfer einer Vergewaltigung, dann um
den Anteil der Frauen in kirchlichen Leitungspositionen und um Frauen
in möglichen neuen geistlichen Ämtern, etwa als Diakonin. Offenbar
hat die Bischofskonferenz erkannt, wie wichtig die Frauen sind, und
zwar nicht allein, wenn sie die Kirchen putzen. Im Studium der
katholischen Theologie stellen sie mittlerweile einen Anteil von
immerhin 75 Prozent. Zu begrüßen ist, dass sich die Bischöfe
öffentlich verpflichten, Frauen eine Karriere in der Kirche zu
erleichtern. Allerdings müssen sie sich an ihren hehren Worten messen
lassen.
Überfällig war die Klarstellung in Sachen "Pille danach". Es ist
auch eine späte Reaktion auf den heftigen Protest nach den
skandalösen Vorfällen in Kölner Krankenhäusern. Die jetzige Linie
aller deutschen Bischöfe war jedoch erst möglich, nachdem der Kölner
Kardinal Joachim Meisner die Richtung vorgegeben hatte. Dieser
Schritt befreit Ärzte und Schwestern an katholischen Kliniken aus
einem Dilemma, ohne dass die Bischöfe ihre unbequemen Prinzipien zum
Schutz des Lebens aufgeben. Die im Ruf ramponierte Kirche hat ihr
Vertrauen allerdings noch nicht zurückgewonnen. Es wird am ehesten
bei den Frauen gelingen, wenn die Bischöfe ein der Bibel entlehntes
Sprichwort beachten: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen."
Christof Haverkamp
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Datum: 21.02.2013 - 22:00 Uhr
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