Neue OZ: Kommentar zu Italien-Wahl
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Selten hat ein Urnengang schon im Vorfeld so große Ängste an
Finanzmärkten und europäischen Regierungszentralen ausgelöst wie
diese Wahl in Italien. Die Sorge ist berechtigt, dass das Land seinen
wirtschaftlichen Niedergang fortsetzen wird, wenn in Rom keine
respektable Regierung zustande kommt.
Im Fall eines triumphalen Comebacks des schillernden Silvio
Berlusconi sehen die Zukunftsaussichten für Italien und Europa düster
aus - mit Ausnahme von anrüchigen Begleitservice-Agenturen und
dubiosen Geschäftemachern, denen Kontakte zur Mafia nachgesagt
werden; sie würden von der Rückkehr des Medien-Moguls profitieren.
Die kurze Reformphase unter dem unbeliebten Noch-Premier Mario
Monti hat das Land längst nicht aus der Krise geführt.
Massenarbeitslosigkeit, Rezession und ein wachsender Schuldenberg
lähmen Italien und gefährden die Sicherheit der gesamten Euro-Zone.
Aber immerhin: Monti schaffte es, mit seinem strikten Spar- und
Reformkurs das Vertrauen der internationalen Finanzmärkte
zurückzugewinnen. Freunde machte er sich aber mit Steuererhöhungen
und Sozialkürzungen in der Heimat nicht. Monti hat deshalb kaum eine
Chance auf einen Wahlsieg.
Dagegen legte Berlusconi mit Anti-Deutschland-Parolen, Sex-Witzen
und völlig unrealistischen Wahlversprechen in Umfragen eine
bemerkenswerte Aufholjagd hin. Das lange favorisierte
Mitte-links-Bündnis muss um die Macht zittern.
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Datum: 22.02.2013 - 22:00 Uhr
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