Mörderische Spannung, Live-Musik und viel Schauspielprominenz auf dem roten Teppich: Das Festival Großes Fernsehen präsentierte am Samstag Highlights der deutschen Fernsehfilmproduktion
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deutschen Fernsehfilms und bot mit einem Musikfilm und vier
unterschiedlichen Thriller- und Krimiproduktionen packende
TV-Unterhaltung auf höchstem Niveau. Bei den Vorpremieren waren
zahlreiche Schauspieler, Regisseure, Autoren und Produzenten
anwesend, unter ihnen Yvonne Catterfeld, die mit einer Gesangseinlage
das Publikum begeisterte.
Der Festivaltag startete am frühen Nachmittag mit heißer Rockmusik
und sanften Balladen. Der ZDF-Musikfilm Nur eine Nacht erzählt die
Geschichte eines Popmusikers (Pasquale Aleardi), dem nur wenige
Stunden bleiben, um eine Musicalproduktion mit jungen Sängern und
Tänzern zu besetzen und gleichzeitig die Liebe seines Lebens
zurückzugewinnen. Als Hauptdarstellerin Yvonne Catterfeld nach dem
Screening zum Mikro griff und zusammen mit ihren Darstellerkollegen
Patrick Baehr, Philipp Moschitz, Charley Ann Schmutzler, Ben Münchow
und Stefan Preuth den Mel-C-Hit "The first day of my life" sang,
waren die Zuschauer begeistert. Ein Auftritt, der ohne weitere Worte
zeigte, warum es so viele junge Menschen auf die Showbühne zieht.
Zuvor erzählte Produzentin Heike Wiehle-Timm, dass sie die Idee zu
einem Musikfilm schon lange mit sich herumgetragen habe. Doch erst
als sie Thorsten Näter, der für Drehbuch und Regie verantwortlich
zeichnet, dafür begeistern konnte, wurde das Projekt konkreter. Und
auch bei ZDF-Redakteur Alexander Bickel stießen sie mit ihrer Idee
auf offene Ohren. Rund 600 Bewerber hatten sich auf den
Casting-Aufruf für den Film gemeldet. Beeindruckt berichtete Yvonne
Catterfeld von ihrer ersten Begegnung mit den jungen Talenten am Set:
"Ich habe bei ihnen sofort die Energie des Anfangs gespürt. Für
Pasquale und mich war das toll, aber wir haben auch eine große
Verpflichtung gefühlt." Denn natürlich zieht es die jungen Darsteller
nicht nur in ihrer Filmrolle auf die Bühne, wo sie singen und tanzen
wollen. Mit Nur eine Nacht und ihrem Auftritt beim Festival Großes
Fernsehen sind sie diesem Traum vielleicht einen Schritt näher
gekommen.
Der beklemmende Thriller Im Netz setzt sich mit dem brisanten
Thema Identitäts-Diebstahl im Internet auseinander. Caroline Peters
spielt eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, die unter
Terrorverdacht gerät. Alles deutet darauf hin, dass jemand ihre
virtuelle Identität gestohlen und für kriminelle Zwecke missbraucht
hat. Produzentin Dr. Anette Kaufmann berichtete, dass sie sich schon
lange mit dem Thema Internetkriminalität beschäftigt habe und bei
ihrer Recherche auf viele erschreckende Szenarien gestoßen sei. Der
Kontakt zur Drehbuchautorin Ulli Stephan, die ebenfalls zu dem Thema
recherchierte, gab den Anstoß, gemeinsam das Projekt anzugehen. So
entstand unter der Regie von Isabel Kleefeld einer der ersten
deutschen Fernseh- und Kinofilme überhaupt, der sich mit den Gefahren
des Daten-Diebstahls im Netz beschäftigt, betonte Dr. Barbara Buhl,
Leiterin der WDR-Programmgruppe Fernsehfilm und Kino. Herausgekommen
sei ein stringent erzählter und hochspannender Thriller. Regisseurin
Kleefeld bedankte sich bei dem hervorragenden Schauspiel-Ensemble,
das mit Hauptdarstellerin Caroline Peters, Ulrike Krumbiegel und
Robert Dölle im Cinedom prominent vertreten war. Zu sehen ist Im Netz
am 27. März im Rahmen eines Themenabends im Ersten. Im Anschluss
folgt um 21.45 Uhr die Dokumentation "Im Netz: die Spur der
Datendiebe". Wegen der Aktualität und Brisanz des Themas, so
erläuterte Barbara Buhl, werden beide Produktionen schon eine Woche
vorab, sowie noch drei Monate nach Ausstrahlung in der Mediathek des
Ersten freigeschaltet.
Es folgten zwei Tatort-Produktionen, die die Black Box im Kölner
Cinedom an und fast über ihre Kapazitätsgrenzen führte. In Tatort -
Macht und Ohnmacht des BR hat es das Münchener Tatort-Team um die
Kriminalhauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr mit Gewalt
innerhalb der Polizei zu tun. Ein brandaktuelles Thema, wie Udo
Wachtveitl betonte, der gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen
Miroslav Nemec, Emilio De Marchi, Sonsee Neu und Regisseur Thomas
Stiller zum Screening nach Köln gekommen war: Erst vor kurzem soll
eine junge Frau von einem Münchener Polizisten brutal misshandelt
worden sein. De Marchi und Neu, die Polizisten im Münchner
Polizeirevier spielen, hatten sich unter anderen durch Gespräche mit
echten Kommissaren auf ihre Rollen vorbereitet und dabei viel über
deren Frust und über die hohe Arbeitsbelastung im Polizeialltag
erfahren. Für Produzent Michael Polle war es denn auch wichtig, zu
betonen, dass es im Film nicht darum geht, Polizisten zu
diskreditieren, sondern Polizeibrutalität in einer Ausnahmesituation
nachvollziehbar zu machen. Übrigens wird es im neuen Münchener
Tatort, der Ostermontag, 1. April, im Ersten zu sehen ist, ein
Wiedersehen mit Michael Fitz alias Carlo Menzinger geben, der 2007
Jahren aus der Serie ausgestiegen war und nun zufällig in die
internen Ermittlungen platzt.
Einen Tatort der gewohnt spaßigen Art gab es anschließend mit
Tatort - Summ, Summ, Summ aus Münster, in dem es das Ermittler-Team
Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) mit Bienen,
hochgiftigen Bananenspinnen und einem umschwärmten Schlagerstar zu
tun hat. Eine Journalistin wurde ermordet, und die Spur führt zu
einem gefeierten Sänger, gespielt von Roland Kaiser, der hier sein
gelungenes Schauspieldebüt gibt. Dabei geht es gewohnt skurril zu,
was von den Festivalbesuchern im bis auf den allerletzten Platz
besetzten Kinosaal immer wieder mit Begeisterungsrufen und
Szenenapplaus belohnt wurde. Auf der Bühne begrüßte 1LIVE-Moderatorin
Sabine Heinrich die Schauspieler Ulrike Krumbiegel, die die Managerin
des Sängers spielt, und Claus D. Clausnitzer (Thiels Taxi fahrender
Vater), Regisseur Kaspar Heidelbach, Produzentin Sonja Goslicki,
WDR-Redakteurin Nina Klamroth und Prof. Gebhard Henke, Leiter WDR
Fernsehfilm, Kino und Serie. Um die richtige Fan-Atmosphäre für die
Konzertszene zu bekommen, hatte die Produktion mit der Hörfunkwelle
WDR4 einen Komparsen-Aufruf gestartet, auf den sich binnen kürzester
Zeit über 130.000 Fans meldeten, von denen allerdings nur 300 vor der
Kamera dabei sein konnten. Kein Zweifel: Im neuen Münsteraner Tatort
mit Gaststar Roland Kaiser haben sich zwei Institutionen mit
Kultstatus gesucht und gefunden. Davon können sich die
Fernsehzuschauer am 24. März im Ersten selbst überzeugen.
Spannend, wenn auch auf ganz andere Art, blieb es beim letzten
Film eines langen Festivaltages: Hannah Mangold und Lucy Palm - Tod
im Wald mit Anja Kling und Britta Hammelstein in den Hauptrollen. In
ihrem zweiten Fall haben es die ungleichen Ermittlerinnen mit einem
Paar aus Berlin zu tun, dass in den Wäldern der Uckermark spurlos
verschwunden ist. Zur Präsentation waren Regisseur Florian Baxmeyer
gekommen, die Produzenten Alicia Remirez und Ivo-Alexander Beck sowie
mit Stefanie Veith, eine der beiden Drehbuchautoren. Alle
unterstrichen, dass die Reihe ganz bewusst einen ganz anderen Typ als
den üblichen Ermittler zeigen will und auch eine andere Art der
Polizeiarbeit, als dies sonst in Krimis der Fall ist. So soll auch
jede Folge ein anderes Genre bedienen, wie Stefanie Veith ergänzte:
In Tod im Wald ist dies Horror/Thriller. Herausgekommen ist ein
ungemein vielschichtiger Krimi, düster, bedrückend und auf
eigentümliche Weise faszinierend, der den Zuschauer von der ersten
Sekunde an in seinen Bann zieht. Der Film ist voraussichtlich im
Herbst in SAT.1 zu sehen.
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Tel: 0211 - 87 63 60 - 30
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Datum: 03.03.2013 - 13:03 Uhr
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