Inflation: Vorerst keine Gefahr durch expansive Geldpolitik
ID: 835438
Inflation: Vorerst keine Gefahr durch expansive Geldpolitik
Die aktuelle Inflationsrate in Euroraum liegt mit 1,8 Prozent unter jenen 2 Prozent, die sich die Europäische Zentralbank als Obergrenze für den Preisanstieg gesetzt hat. Deshalb gibt es für die Währungshüterin vorerst keinen Grund, von ihrer Niedrigzinspolitik abzuweichen. Die niedrigen Zinsen bergen dennoch Gefahren für die Wirtschaft.
Das oberste Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, die Geldwertstabilität zu wahren. Gemessen wird diese Stabilität anhand des sogenannten harmonisierten Verbraucherpreisindex der Eurozone - er sollte sich mittelfristig um weniger als 2 Prozent pro Jahr erhöhen. Im Februar 2013 lag sein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Eurostat bei 1,8 Prozent. Das Ziel der Preisstabilität wurde also mühelos erreicht.
Auch in naher Zukunft ist nicht mit einer hohen Inflationsrate zu rechnen: Die Prognostiker des Consensus Forecast erwarten für die Jahre 2013 und 2014 nur eine Preissteigerung von 1,8 und 1,7 Prozent in der Europäischen Union, die Prognostiker der EZB rechnen mit jeweils 1,8 Prozent.
Es gibt also keinen Grund für die EZB, ihre Zinsen schnellstmöglich zu erhöhen. Zurzeit liegen sie auf einem historischen Tiefstwert von nur noch 0,75 Prozent. Damit und mit ungewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen wie dem Ankauf von Staatsanleihen versucht die EZB gegen die Eurokrise vorzugehen. Die Niedrigzinspolitik hat allerdings Nebenwirkungen - vor allem für Versicherungen und Pensionsfonds: Sie haben ihren Kunden einst eine bestimmte Verzinsung garantiert. Jetzt fällt es ihnen immer schwerer, die Zinsversprechen einzulösen. Bei anderen Finanzmarktakteuren besteht ob der Niedrigzinsen hingegen die Gefahr, dass sie häufiger in riskante Projekte investieren, um eine höhere Rendite zu erzielen.
Doch die Niedrigzinspolitik birgt auch Gefahren für die EZB selbst: Nahe der Nullzinsgrenze ist ihr Spielraum für weitere Zinssenkungen begrenzt. Sollte sich die Krise weiter verschärfen, blieben ihr also kaum noch Optionen, um gegenzusteuern.
Aus all diesen Gründen macht es Sinn, dass die EZB sich Gedanken macht, wie sie die Niedrigzinsphase beenden kann. So trüge sie auch all jenen Mahnern Rechnung, die Angst haben, dass die Inflation stark ansteigen könnte, sollte die Wirtschaft europaweit wieder Fahrt aufnehmen. Für ihre "Exit-Strategie" sollte die EZB formulieren, entlang welches Pfades sie die Zinsen allmählich erhöhen wird. Dieser Pfad sollte allerdings keine verbindliche Regel, sondern eine Empfehlung an die eigene Zinspolitik bleiben. Denn eins muss beim Handeln der EZB außer Frage stehen: Dass sie auch weiterhin alles innerhalb ihres Mandats Mögliche tun wird, um den Euro zu retten.
Dr. Markus Demary
Telefon: 0221 4981-732
PresseKontakt / Agentur:
Dr. Markus Demary
Telefon: 0221 4981-732
Datum: 15.03.2013 - 15:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 835438
Anzahl Zeichen: 2987
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 258 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Inflation: Vorerst keine Gefahr durch expansive Geldpolitik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die ehemalige Autostadt Detroit hat umgerechnet mehr als 15 Milliarden Euro Schulden angehäuft. Jetzt ist die Stadt bankrott. Droht deutschen Kommunen Ähnliches? Immerhin stehen viele tief in der Kreide: Insgesamt betrug der Schuldenberg aller Städte und Gemeinden am Ende des ersten Quartals 20
Der Lohn der guten Tat ...
Das Thema nachhaltiges Wirtschaften gewinnt für deutsche Immobilienunternehmen zunehmend an Bedeutung. Das hat eine Studie ergeben, die im Frühjahr 2013 gemeinsam von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und dem Kompetenzfeld Immobilienökonomik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) durchg
Mehr Binnenmarkt, mehr Wachstum ...
Gelingt es, den Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union weiter zu liberalisieren, könnte dies helfen, die Krise in der Eurozone besser in den Griff zu bekommen. Denn ein starker Binnenmarkt führt zu mehr Wettbewerb, höherem
Weitere Mitteilungen von Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln)
Sparda-Bank Nürnberg: 100 Euro Startbonus bei Online-Kontoeröffnung ...
Nürnberg - Sparfüchse aufgepasst! Die Sparda-Bank Nürnberg schenkt bis zum 21. März jedem Neukunden einen Startbonus von 100 Euro. Das Willkommensgeschenk gibt es für alle, die auf der Internetseite der Genossenschaftsbank ein kostenloses Girokonten eröffnen. Also einfach online Kunde werden u
Depot A im Fokus der Bankenaufsicht - Seminar Sparkassen & Banken ...
Welche Anforderungen muss die Kredit-Marktfolge bei Emittenten- und Kontrahentenlimiten im Depot A beachten? Gestiegene Marktvolatilität, starke Änderungen in der Bilanzstruktur, neue aufsichtsrechtlichen Anforderungen - In den vergangenen Jahren hat sich das Management der Eigenanlagen so drasti
Auftaktveranstaltung: AVK-Praxislehrgang "Handlaminieren & Faserspritzen" erfolgreich stattgefunden ...
Anfang März hat erstmals der fünftägige AVK-Praxislehrgang "Handlaminieren und Faserspritzen" in Trollenhagen beim AVK-Mitgliedsunternehmen TDC Technical Duroplastic Constructions GmbH, stattgefunden. Die Herstellung von hochwertigen Composites-Bauteilen in den so genannten offenen Verf
X-CELL AG erzielt erneut Rekordumsatz ...
Der Düsseldorfer E-Learning-Anbieter X-CELL AG hat im vierten Quartal des Jahres 2012 den Umsatz mit 450 Tausend Euro im Vergleich zum Vorjahresabschnitt (2011: 276 Tausend Euro) um 63 Prozent gesteigert und ist damit erneut stärker gewachsen als die Branche. Damit konnte bereits zum fünften Mal




