Gründerzahl in Deutschland weiter rückläufig
ID: 836340
- 60.000 weniger Gründer im Jahr 2012
- Gute Arbeitsmarktsituation schmälert Gründungsaktivität
- Zahl der durch Gründer geschaffenen Arbeitsplätze auf Rekordtief
Im Jahr 2012 hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland weiter
positiv entwickelt. Im vergangenen Jahr gab es daher gute
Möglichkeiten, eine abhängige Beschäftigung zu finden. Dies
beeinflusste die Gründungsaktivität negativ: 775.000 Personen - und
damit 60.000 oder 7 % weniger als im Jahr 2011 - haben sich im
vergangenen Jahr für den Schritt in die Selbständigkeit entschieden.
Seit dem Jahr 2000 ist das die niedrigste Anzahl von Gründern in
Deutschland überhaupt. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen
KfW-Erhebung zum Gründergeschehen in Deutschland.
Die geringere Gründungsaktivität manifestiert sich nach den
Auswertungen der repräsentativen KfW-Befragung vor allem in weniger
Vollerwerbsgründern (315.000 vs. 381.000 im Jahr 2011). Dies wirkt
sich auch auf die Beschäftigungseffekte aus. Durch Neugründungen
wurden im Jahr 2012 insgesamt 383.000 vollzeitäquivalente Stellen
geschaffen; davon entfielen 212.000 auf die Gründer im Vollerwerb
selbst und entsprechend 171.000 auf Arbeitsplätze für angestellte
Mitarbeiter. Im Vergleich zum Jahr 2011 ist dies ein Rückgang um 15
%. Die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze sank auf dem niedrigsten
Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005. Für die Gründer, die
Mitarbeiter einstellen wollen, kann sich die Suche bei der guten
Arbeitsmarktlage schwierig gestalten. "Gründer konkurrieren mit
etablierten Bestandsunternehmen um qualifizierte Mitarbeiter und
natürlich sind ihre neuen Unternehmen noch nicht markterprobt. Aber
sie können ihre Flexibilität und Mitgestaltungsmöglichkeiten für
Mitarbeiter in die Waagschale werfen und so ihre Attraktivität als
Arbeitgeber herausstellen", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der
KfW Bankengruppe.
Die höchste Gründungsaktivität zeigt sich in den Stadtstaaten
Berlin, Hamburg und Bremen. In diesen Ballungsräumen profitieren die
Gründungswilligen von Agglomerationseffekten wie nahen Wegen und
geringen Transportkosten bei großen lokalen Absatzmärkten. Danach
folgen im Block die westdeutschen Bundesländer (außer dem Saarland)
und dann die neuen Bundsländer. Das Saarland und Brandenburg bilden
in dieser Reihenfolge das Schlussduo.
"Auch im Jahr 2013 erwarten wir keinen Gründungsboom. Sollte sich
der Arbeitsmarkt jedoch wider Erwarten nicht so stabil zeigen wie
vorhergesagt, könnte dies die Gründungstätigkeit etwas beleben", sagt
Dr. Jörg Zeuner zu den Erwartungen des laufenden Jahres.
Service:
Der repräsentativen jährlichen Bevölkerungserhebung zum
Gründungsgeschehen in Deutschland durch die KfW Bankengruppe liegt
ein sehr umfassendes Gründerkonzept (Voll- und Nebenerwerbsgründer;
gewerbliche Gründungen sowie Freie Berufe und Freelancer-Tätigkeiten;
Neugründungen, Unternehmensübernahmen und Beteiligungsgründungen)
zugrunde und vermittelt so ein umfassendes Bild der
Gründungstätigkeit. Die Umfrage wird seit dem Jahr 2000 durchgeführt.
Die Befragungswelle des Jahres 2012 fand vom 7. August 2012 bis 6.
Dezember 2012 statt.
Die vollständigen Ergebnisse wird die KfW Bankengruppe am 29.
April 2013 in Frankfurt im Rahmen eines Pressegesprächs mit Dr. Jörg
Zeuner, dem Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, vorstellen. Den
vollständigen Bericht finden Sie dann auf der Website der KfW
Bankengruppe www.kfw.de.
Informationen zum Angebot der KfW Bankengruppe für Gründer finden
Sie auf der Website https://gruenden.kfw.de. Interessierte Gründer
haben zudem die Möglichkeit, sich bei KfW-Experten über die Hotline
0800 539-90 01 beraten zu lassen.
Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM) Frau Sonja Höpfner
Tel. +49 (0)69 7431 4306, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: Sonja.Hoepfner@kfw.de, Internet: www.kfw.de
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Datum: 18.03.2013 - 11:32 Uhr
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