Reinholz: Flächenverbrauch im Freistaat bis 2020 stoppen

Reinholz: Flächenverbrauch im Freistaat bis 2020 stoppen

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Reinholz: Flächenverbrauch im Freistaat bis 2020 stoppen



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Thüringer "Bündnis für Fläche" hat Arbeit aufgenommen

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz hat alle in Politik und Wirtschaft Verantwortlichen dazu aufgerufen, mitzuhelfen, dass der Flächenverbrauch im Freistaat bis 2020 schrittweise gestoppt wird. "Mein Ziel ist es, bis 2020 beim Flächenverbrauch eine ausgeglichene Bilanz zwischen Neuinanspruchnahme und Rückwidmung für natürliche und naturnahe Zwecke zu erreichen", sagte der Minister heute in Erfurt. "Der Boden ist Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen- und er ist eine endliche Ressource. Deshalb müssen wir gemeinsam den Flächenverbrauch stoppen."

Das "Thüringer Bündnis für Fläche" hat heute in Erfurt seine Arbeit aufgenommen. Zu den Partnern zählen Thüringer Ministerien, der Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen, der Thüringer Bauernverband, die Thüringer Landgesellschaft, die Regionalen Planungsgemeinschaften, die Deutsche Bahn AG und die Fachhochschulen Erfurt und Nordhausen. Weitere Institutionen haben ihr Interesse an einer aktiven Mitarbeit bereits signalisiert. Die Teilnehmer haben ihren klaren Willen zur Reduzierung der täglichen Flächenneuinanspruchnahme bekräftigt und unterstützen damit wirkungsvoll den Schutz der natürlichen Ressource Boden. Der, durch Minister Reinholz im Rahmen seiner umweltpolitischen Schwerpunkte 2013/14 angekündigte Aktionsplan "Nachhaltige Flächenpolitik", wird damit schrittweise umgesetzt.

Ein großes Potential beim achtsamen Umgang mit Flächen sieht der Umweltminister in Brachflächen. "Mit über 6.800 Hektar Brachflächen verfügt der Freistaat Thüringen über beachtliche Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Bereich", so Reinholz. "Wenn nicht entsiegelt werden kann, dann schlagen wir vor, dass eine Entsiegelungsabgabe gezahlt wird, die für Naturschutzzwecke eingesetzt wird."

Nachdem Handlungsfelder wie der Vorrang der Innen- vor Außenentwicklung bereits im vergangenen Jahr bestimmt wurden, geht es jetzt darum, konkrete Maßnahmen in die Praxis zu übertragen. Dazu gehören die weitere Erfassung und Charakterisierung von Brachflächen, ein Monitoring und die anwenderfreundliche Nutzbarmachung dieser Informationen für Wirtschaft, Verwaltung und Bürger. "Die Nutzung vorhandener Brachflächen und Baulücken kann dazu beitragen, Kosten für Neuerschließungen zu vermeiden und die Attraktivität der Ortskerne zu erhalten. Diese Faktoren sind Standortvorteile und geeignet, eine dauerhafte Verbindung zwischen den Menschen und ihrer Region herzustellen", sagte der Minister.



Die Partner des Startprojektes sind sich darüber einig, dass vorgesehene gesetzgeberische Veränderungen im Bau- und Naturschutzrecht zum Schutz unbebauter, unzerschnittener und unzersiedelter Flächen notwendig, jedoch nur im Kontext einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz erfolgreich sein können.

Die Einladung zur Mitarbeit im Bündnis richtet sich auch ausdrücklich an weitere Akteure, die mit ihren Erfahrungen, Ideen und Konzepten zum Erfolg dieses Umgestaltungsprozesses beitragen.

Hintergrund:
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nahm laut Statistik zwischen 1992 und 2010 in Thüringen trotz Bevölkerungsrückgang um über 25.000 Hektar zu. Im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2011 wurden in Thüringen täglich 2,7 Hektar Fläche neu für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen. Siedlungen und Verkehrswege nehmen gegenwärtig neun Prozent der Bodenfläche Thüringens ein. (Quelle: TLUG Jena).
In Deutschland gehen täglich etwa 87 Hektar Land durch Versiegelung verloren. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 diesen Wert auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren.


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Datum: 21.03.2013 - 15:01 Uhr
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