"45 Min: Kleine Bauern - Große Bosse" - Supermärkte wollen weniger Genfutter
ID: 841312
Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels, dass künftig weniger
gentechnisch verändertes Tierfutter für ihre Produkte verwendet wird.
Für die Erzeugung tierischer Produkte müssten somit mehr Milchkühe
und Schlachtschweine gentechnikfrei gefüttert werden. Wie die NDR
Dokumentation "45min - Kleine Bauern - Große Bosse" (Montag, 25.
März, 22.00 Uhr, NDR Fernsehen) zeigt, wird es für konventionelle
Landwirte in Deutschland immer schwieriger, gentechnisch
unverändertes Tierfutter zu beziehen. Nach Angaben des "Deutschen
Verbands Tiernahrung" ist zum Beispiel nur noch ein Prozent des
Schweinefutters in Deutschland frei von Gentechnik.
Laut Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz lehnen mehr als 80 Prozent der Verbraucher
gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Solche Produkte müssen in
Deutschland klar gekennzeichnet werden. Der Verbraucher erfährt
hingegen nicht, wenn für tierische Produkte gentechnisch verändertes
Futter verwendet wurde. Hier gibt es keine Kennzeichnungspflicht.
Silke Schwartau von der Hamburger Verbraucherzentrale kritisiert
diese Ausnahmeregelung für tierische Lebensmittel als "eine
Gesetzeslücke, die der Gentechnikindustrie als Schlupfloch dient".
Die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale fordert eine
Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel, die mit Gentechnik in
Kontakt kommen.
Der Präsident des Landesbauernverbandes Niedersachsen, Werner
Hilse, ist der Meinung, es gäbe kein Zurück zu einer Fütterung
vollkommen ohne Gentechnik. Als Grund führt Hilse an, dass die
Anbauflächen für gentechnisch unverändertes Soja weltweit stark
zurückgingen. Sojaschrot ist heute ein wichtiger Bestandteil der
Tiernahrung. Eine Umstellung auf eine Fütterung ohne Gentechnik sei
so nur noch in Nischen möglich, z. B. für Biobauern.
Jetzt könnten die großen Supermärkte in Deutschland für stärkere
Nachfrage nach gentechnikfreiem Futter sorgen. REWE-Sprecher Marco
Sandner erklärt gegenüber dem NDR: "Wir haben sehr viele Anfragen von
Verbrauchern, die sich tierische Produkte wünschen, bei denen keine
gentechnisch veränderten Futtermittel eingesetzt wurden." Man werde
deshalb bei den Eigenmarken den Anteil gentechnisch veränderter
Futtermittel deutlich senken. Auch ALDI Süd erklärt auf Anfrage, bei
Frischgeflügel und Eiern stelle man schon heute eine Verwendung von
gentechnikfreiem Futter sicher.
EDEKA plant offenbar, die Fütterung von Schweinen, Rindern und
Geflügel bei den eigenen Produkten vollständig umzustellen. Auf
Anfrage des NDR teilt Sprecherin Andrea Ebert mit: "Unsere
Zielsetzung ist es, bei allen EDEKA-Eigenmarken auf heimische
Futtermittel oder auf zertifiziert verantwortungsvoll produziertes,
gentechnikfreies Soja umzustellen."
Sendetermin: Montag 25. März, 22.00 Uhr, NDR Fernsehen
Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Tel. 040/4156-2333
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Datum: 25.03.2013 - 12:24 Uhr
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