Grippe-Impfstoff: erneute Lieferprobleme offenbar nicht ausgeschlossen

Grippe-Impfstoff: erneute Lieferprobleme offenbar nicht ausgeschlossen

ID: 842227
(ots) - Im vergangenen Herbst ging die Versorgung mit
Grippe-Impfstoff gründlich daneben. Und trotz massiver Kritik bleibt
doch fast alles beim Alten: Auch künftig kann es zu Engpässen kommen.
Das haben Recherchen des NDR Politikmagazins "Panorama 3" ergeben
(Sendung: Dienstag, 26. März, 21.15 Uhr, NDR Fernsehen). Betroffen
wäre wieder die Bevölkerung in den Ländern Hamburg,
Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die gesetzlichen
Krankenkassen erneut nur mit einem Impfstoff-Hersteller einen
Liefervertrag abgeschlossen haben. Zwar ist darin geregelt, dass
bereits bei kleinsten Schwierigkeiten auch andere Pharma-Firmen
beauftragt werden können. Auf Anfrage von "Panorama 3" teilten diese
jedoch mit, dass sie kurzfristig keinen Impfstoff liefern können,
sondern dafür eine längere Vorlaufzeit benötigen.

Im vergangenen Herbst war es zu massiven Engpässen bei der
Versorgung der Bevölkerung in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und
Schleswig-Holstein mit Grippeimpfstoff gekommen. Grund waren
Lieferprobleme des Impfstoffes Begripal. Die gesetzlichen
Krankenkassen hatten mit dem Hersteller Novartis einen
Exklusiv-Vertrag abgeschlossen. Nach Schätzungen des Apothekervereins
Schleswig-Holstein konnten deshalb rund 150.000 Menschen in Hamburg
und Schleswig-Holstein keine Grippe-Vorsorge treffen. Ärzte,
Patienten und Gesundheitsexperten hatten damals kritisiert, dass
Grippe-Impfstoff nicht geeignet sei für Exklusivverträge.

Für die kommende Impfsaison 2013/2014 haben sich die Krankenkassen
jedoch erneut darauf verständigt, den Impfstoff nur bei einem
Pharma-Hersteller zu bestellen. Diesmal soll Sanofi Pasteur MSD rund
800.000 Dosen nach Hamburg, Nordrhein-Westfalen und
Schleswig-Holstein liefern. Mit Sanofi, so schreibt die AOK Nordwest
als federführende Kasse, habe man einen "renommierten Partner


gefunden, der sich bereits in der Vergangenheit als zuverlässiger
Vertragspartner für die gesetzlichen Krankenkassen erwiesen hat". Die
Erkenntnisse aus der laufenden Impfsaison seien analysiert worden und
die Vorgaben und Abläufe der Impfstoffversorgung im Vertrag "so
präzisiert, dass künftig Probleme bei der Auslieferung durch die
Pharmaindustrie ausgeschlossen werden können."

So muss der Hersteller über Störungen oder Besonderheiten im
Produktionsprozess unverzüglichen informieren. Dazu kommen
Vertragsstrafen. Im Rabattvertrag, der der NDR 1 Welle Nord und
"Panorama 3" vorliegt, heißt es etwa: Sollte bis zum 15.10.2013 nicht
mehr als 75 Prozent des voraussichtlichen Saisonbedarfs ausgeliefert
sein, seien die Kassen berechtigt, "andere pharmazeutische
Unternehmer mit der Belieferung zu beauftragen. Die damit verbundenen
Mehraufwendungen hat der Auftragnehmer zu tragen". Das heißt, wenn
der Hersteller Sanofi Pasteur MSD im Oktober nicht liefert, sollen
andere Hersteller einspringen.

Nach Recherchen von "Panorama 3" können die Konkurrenz-Hersteller
jedoch so kurzfristig keinen Impfstoff liefern. So teilt Novartis
mit, "dass bei einer Anfrage einer Krankenkasse im Oktober frühestens
im Februar Impfstoffdosen geliefert werden können". Das Beispiel der
diesjährigen Grippesaison 2012/2013 habe klar die Grenzen von
möglichen Ersatzlieferungen bei Produktionsausfällen gezeigt. Und das
Pharma-Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) schreibt sogar: "Um sehr
prägnant auf Ihre konkrete Frage zu antworten: Es wäre GSK technisch
nicht möglich, im Oktober noch zusätzliche Impfstoffe für den
deutschen Markt zu produzieren, so sehr wir im Interesse der
Versorgung daran interessiert wären."

Der Bremer Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske prognostiziert
deshalb, dass auch der neue Vertrag ein Impfstoff-Debakel wie im
vergangenen Herbst nicht verhindern kann. "Die anderen Hersteller
werden sich nicht bevorraten. Das kann bedeuten, dass man doch in
Lieferprobleme hineinlaufen kann."

Grippeimpfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet, ein aufwändiger
biologischer Produktionsprozess, der drei bis vier Monate dauert.
Zudem kann man nicht einfach Unmengen Impfstoff produzieren, denn er
hat nur eine begrenzte Haltbarkeit. Jedes Jahr legt die
Weltgesundheitsorganisation eine neue Zusammensetzung des Impfstoffs
fest, je nachdem, welche Viren gerade am weitesten verbreitet sind.

Konfrontiert mit den Recherche-Ergebnissen teilte die AOK Nordwest
mit: "Sanofi wird gewährleisten, dass alle anfordernden Apotheken
auch in der kommenden Impfsaison zuverlässig den benötigten Impfstoff
bekommen." Die Versorgungssicherheit bei der Belieferung mit
Grippe-Impfstoff stehe für die gesetzlichen Krankenkassen nach wie
vor im Mittelpunkt."

Informationen zur Sendung finden Sie im Internet unter
NDR.de/panorama3



Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
Tel: 040-4156-2304

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  SAGELLA® - Schützende Intimpflege mit Kräuterkraft Einfache und doch unterschätzte Rettung für frühgeborene Säuglinge - neueste Erkenntnisse über die medizinischen Vorteile der Muttermilch
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.03.2013 - 13:22 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 842227
Anzahl Zeichen: 5430

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hamburg



Kategorie:

Gesundheitswesen - Medizin



Diese Pressemitteilung wurde bisher 220 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Grippe-Impfstoff: erneute Lieferprobleme offenbar nicht ausgeschlossen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

NDR Norddeutscher Rundfunk (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

NDR Bücherpodcast für Kinder auf Tour: “Bücherwurm” mit prominenten Autor:innen unterwegs in Norddeutschland ...
Erst im Ohr, jetzt auf der Bühne: Der Podcast „Bücherwurm" verlässt zum ersten Mal das Studio und tourt in diesem Sommer durch den Norden. Im August und September macht Host Maja Herzbach mit ihrem Kinderbücher-Podcast an vier Orten Station und bringt bekannte Kinderbuch-Autorinnen und -A

Europäische Ermittler fordern Militär-Einsatz gegen Kokainschmuggler ...
Europäische Ermittler fordern einen Einsatz von Marineverbänden im Kampf gegen Kokainschmuggler im Atlantik. Das geht aus einem vertraulichen Dokument hervor, das NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung vorliegt. Bei dem Papier handelt es sich um eine Risikoanalyse der EU-Organisation MAOC-N (Maritime

NDR Radios im Norden vorn - NDR 1 Radio MV neu auf Platz eins in Mecklenburg-Vorpommern ...
Täglich nutzen 6,13 Millionen Menschen die linearen Radioangebote des Norddeutschen Rundfunks bundesweit. Im Sendegebiet des NDR sind es 5,31 Millionen. Das ist das Ergebnis der Media-Analyse 2026 Audio II. Hohe Gewinne verzeichnet NDR 1 Radio MV und ist damit meistgehörtes Radioprogramm in Meckle


Weitere Mitteilungen von NDR Norddeutscher Rundfunk


Zeigt her eure Beine – Neue Technologie sagt Cellulite endlich den Kampf an ...
Bochum, 26. März 2013 – Kennen Sie den schon? Warum kriegen Männer keine Cellulite? – Weil`s doof aussieht. Leider können 80 bis 90 Prozent aller Frauen darüber gar nicht lachen. Kaum ein anderer Schönheitsmakel erregt soviel Aufsehen und Gespött. Lugt bei einem Promi eine kleine Delle unt

Fit in fünf Minuten - Fit und aktiv ins Frühjahr ...
Dresden 26.03.2013: Der Frühling hat begonnen und auch wenn wir ihn derzeit noch nicht sehen können, er kommt bestimmt. locken uns die ersten Sonnenstrahlen und warmen Temperaturen schließlich irgendwann hinaus in die Natur, fällt uns die Bewegung an der frischen Luft meist erst einmal schwer. B

CARLO FARADAY auf Sat.1 Gold: Abnehmen mit Hypnose ? Funktioniert das wirklich? ...
Auf Sat.1 Gold wurde kürzlich im großen GesundheitsAKTE-Test das Abnehmen mit Hypnose vorgestellt. Im Beitrag ?Abnehmen mit Hypnose: Funktioniert das wirklich?? des großen GesundheitsAKTE-Tests auf Sat.1 Gold wird die Möglichkeit vorgestellt, mit Hilfe von Hypnose abzunehmen. Für den Test haben

goFit, das Original: lindert Schmerzen und hilft - Fälschungen am Markt bergen Verletzungsgefahr ...
Zugegeben - das Original ist nicht eben billig. Der empfohlene Verkaufspreis für Endverbraucher beträgt 159 Euro pro Stück, Mehrwertsteuer inbegriffen. Das klinge zwar zunächst nicht besonders günstig, schrieb dazu die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Aber die Investition relativiere sich, wenn


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z