Wahlpflicht oder Wahlzwang? - Das Volksbegehren zu Ethik und Religionsunterricht in Berlin
Es geht um die zukünftige Handhabung des Unterrichtes in Ethik und Religion. Bisher ist es so, dass allen Schülern bis zur 7. Klasse der konfessionsgebundene Religionsunterricht freisteht und ab der 7. Klasse Ethik Pflichtfach ist. Der konfessionsgebundene Religionsunterricht kann weiterhin zusätzlich freiwillig besucht werden. Nach dem Wunsch der Initiatoren des Volksbegehrens sollen Schüler sich künftig in der 7. Klasse entscheiden, ob sie Ethik oder den konfessionsgebundenen Religionsunterricht belegen möchten.
Ziel des Ethikunterrichts ist der interkulturelle Dialog. Hier sollen die Kinder miteinander über Werte, Normen und Religionen sprechen. Außerdem geht es darum, religiöse Dogmen kritisch zu beleuchten, ohne dabei jedoch einzelne Religionen zu diskriminieren. Im Gegenteil, alle Religionen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Auch sollen Religionsvertreter die Möglichkeit bekommen, als „Fachleute“ ihren Glauben den Schülern zu präsentieren. Der Unterricht soll also den gemeinsamen Diskurs befördern.
Der konfessionsgebunde Religionsunterricht lehrt die Grundlagen der jeweiligen Religion, ohne dabei zwangsläufig auf andere Religionen einzugehen. Hier geht es rein um die religiöse Bildung der Kinder.
Die Befürworter und Initiatoren des Volksbegehrens, die Vereinigung Pro-Reli, führt als Argument an, dass die Schülerzahlen im freiwilligen Religionsunterricht ab der 7. Klasse drastisch abgenommen hätten. Diesen Umstand führen sie darauf zurück, dass der Religionsunterricht zusätzlich zum ohnehin oft sehr vollen Stundenplan angeboten wird, und nicht innerhalb der regulären Unterrichtszeit.
Ihre Gegner, allen voran der Berliner Senat, halten dagegen, dass im Ethikunterricht die religiöse Gesamtbildung gefördert wird, was in einer Stadt wie Berlin sinnvoller sei, als Religionsunterricht nach Maßgabe der jeweiligen Religionsgemeinschaft.
In der Hauptstadt existieren rund 250 verschiedene Glaubensrichtungen nebeneinander, doch nur etwa jeder Dritte fühlt sich einer Gemeinschaft oder Gemeinde zugehörig. Das ergab eine Umfrage von Infratest Dimap am vergangenen Wochenende. Daneben gibt es in Berlin das oft angeführte Problem der Parallelgesellschaften in den so genannten sozialen Brennpunkten wie Kreuzberg, Neukölln oder Wedding. Hier leben die verschiedensten Nationalitäten mit den verschiedensten Glaubensansichten nebeneinander. Dieses Zusammenleben ist nicht immer spannungsfrei. Eine umfassende Information über alle Religionen kann hier helfen, die Toleranz zu fördern und den Anderen besser zu verstehen.
Dass besonders diese Toleranz und das Verständnis gegenüber Migranten wichtig sind, zeigen die Zahlen der Schulabbrecher in Deutschland. Unter den Migranten ist deren Anteil sehr viel höher als bei deutschen Kindern, auch machen viel weniger Migranten das Abitur oder beginnen gar ein Studium. Viele Migranten fühlen sich von vornherein benachteiligt. Da an den Schulen deutschlandweit, aber besonders auch in Berlin, häufig kein Geld für eine individuelle Förderung von Migrantenkindern vorhanden ist, wählen heute viele den Weg der individuellen Nachhilfe. KeepSchool bietet hier die optimalen Voraussetzungen für jeden Schüler. Fachkräfte aller Fächer bilden das Team von KeepSchool und können gezielt auf die Probleme eingehen. KeepSchool ist offen für jeden Schüler, unabhängig von seinen Lebensumständen. Wichtig ist allein der Erfolg des Schülers.
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Datum: 21.04.2009 - 15:10 Uhr
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