Südwest Presse: KOMMENTAR · HARTZ IV
ID: 848852
Wer trotz Krankmeldung beim Feiern erwischt wird, bekommt Ärger
mit seinem Arbeitgeber. So weit, so gut. Wer als Arbeitsloser
staatliche Leistungen bezieht und die Chance auf einen Job mit einer
vorgetäuschten Krankmeldung verstreichen lässt, kann ebenfalls nicht
darauf zählen, dass sein Verhalten folgenlos bleibt. So weit, so gut.
Die Ankündigung der Bundesarbeitsagentur, häufig krankgemeldete
Hartz-IV-Empfänger stärker zu kontrollieren, folgt allerdings einmal
mehr dem Prinzip Misstrauen. Wieder entsteht der fatale Eindruck,
Arbeitslose seien faul und unkooperativ. Auch wenn es die "harten
Fälle" gibt: Der weitaus größte Teil der Arbeitslosen würde lieber
heute als morgen eine Stelle haben. Das belegen Studien, und das
betont immer wieder auch die Arbeitsagentur selbst. Zudem gibt es
keine Hinweise darauf, dass Hartz-IV-Bezieher dreiste Krankmacher
wären, allenfalls Belege, dass sich Grippeviren nicht nur in
Großraumbüros verbreiten. Doch künftig wird regelrecht geschnüffelt.
Die ohnehin überlasteten Jobcenter-Mitarbeiter sollen mit
detektivischem Gespür Simulanten erkennen. Und die Ärzte des
Medizinischen Dienstes, deren Aufgabe eigentlich die Beratung der
Kassen und Pflegeversicherung ist, sollen die Beweise liefern.
Zweifel an der Praxistauglichkeit sind angebracht. Aber darum geht es
ohnehin kaum. Drohszenarien erfüllen mitunter auch ihren Zweck: den
der präventiven Einschüchterung.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.04.2013 - 19:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 848852
Anzahl Zeichen: 1713
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ulm
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 231 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Südwest Presse: KOMMENTAR · HARTZ IV"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Südwest Presse (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Südwest Presse
TOP-Themen auf medienpolitik.net ...
RTL-Radio-Chef fordert Abbau der Regulierung beim Hörfunk Berlin, 08. April 2013. In einem Interview für medienpolitik.net (http://www.medienpolitik.net) zum deutschen Radiomarkt fordert Gert Zimmer, CEO der RTL Radio Deutschland GmbH, Berlin einen Abbau der Regulierung: "Mit der Onlineentwi
Frankfurter Rundschau: Zur Eskalation der Situation in Nordkorea: ...
Nein, jetzt muss die Stunde der Diplomatie schlagen. Jenseits der Drohkulisse, vor der Flugzeugträger, Tarnkappenbomber und nuklearbetriebene U-Booten aufziehen, bleiben mehrere Verhandlungsoptionen. Nordkorea muss sich zunächst ernst genommen fühlen, weshalb die USA schweren Herzens in d
Berliner Zeitung: Zum Kompromiss bei der Atom-Endlagersuche: ...
Einen politischen Schönheitspreis hat Umweltminister Peter Altmaier für den greifbar nahen Endlager-Konsens nicht verdient. Sicher wäre es besser gewesen, die Gesellschaft als Ganzes früher in die Diskussion einzubeziehen. Andererseits gleicht die Suche nach einer Entsorgungsstätte
ESUG-Schutzschirmverfahren bietet Schutz vor Ansprüchen der Sozialkasse Bau ...
Die Heinz Werner GmbH hat als erstes Unternehmen das ESUG-Schutzschirmverfahren gegen die SOKA-BAU eingesetzt. Das ESUG-Schutzschirmverfahren ist Teil der am 1. März 2012 in Kraft getretenen Insolvenzrechtsreform. Es soll den Unternehmen dabei helfen Krisen aus eigner Kraft zu bewältigen. UnterstÃ




