IVA: 'Greenpeace-Report selektiv und verfälschend'
ID: 849366
IVA: "Greenpeace-Report selektiv und verfälschend"
- Wirtschaftsverband kritisiert Studie als pseudo-wissenschaftliche Kampagne
- "Hilft weder Bienen noch Bauern"
Auch vor verfälschender Darstellung der Quellen schreckt Greenpeace nicht zurück. So wird behauptet, eine kürzlich veröffentlichte Feldstudie habe gezeigt, dass Bienen nach Aufnahme von Pollen und Nektar mit Pflanzenschutzmittel-Rückständen den Weg zurück in den Bienenstock nicht finden konnten (S. 31). Tatsächlich wurden die Bienen für die Studie (Henry et al. 2012) in einem Experiment mit einer Zuckerlösung zwangsernährt, die unrealistisch überhöhte Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln enthielt. Dass überhöhte Konzentrationen zu Orientierungsproblemen bei Bienen führen können, ist seit über zehn Jahren bekannt - aber bedeutungslos, weil diese Konzentrationen im Freiland nicht auftreten.
"Greenpeace macht es sich mit dem Ruf nach einem pauschalen Verbot wieder einmal leicht, indem man nur auf einen Teil der Gleichung schaut. Eine produktive Landwirtschaft aber braucht sowohl gesunde Bestäuber, wie Bienen und Hummeln, als auch wirksamen Pflanzenschutz, mit dem die Landwirte ihre Ernten vor Schädlingen schützen können", kommentiert Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des IVA. "Die kurzsichtigen Forderungen von Greenpeace helfen weder Bienen noch Bauern, denn sie zielen nicht auf die wirklichen Probleme."
Diese sind in der Wissenschaft längst beschrieben. So taucht das seit fast zehn Jahren laufende Forschungsprojekt "Deutsches Bienenmonitoring (DEBIMO)", an dem Wissenschaftler aus sieben deutschen Bieneninstituten zusammen mit Imkern Daten erheben und analysieren, zwar auf der Literaturliste der "Greenpeace-Studie" auf; eine wesentliche Erkenntnis dieses Langzeitprojekts enthalten die Umweltaktivisten dem Leser allerdings vor. Denn die führenden Bienenwissenschaftler sehen nicht den Pflanzenschutz, sondern die Varroa-Milbe als die Hauptursache gestiegener Bienenverluste.
Der an dem Projekt beteiligte Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen schreibt: "Aus den bisher bundesweit ermittelten Daten lässt sich sehr deutlich ein klarer Zusammenhang zwischen der Varroabelastung der Völker zum Zeitpunkt des Einwinterns und dem Überwinterungserfolg ablesen. Bei hohen Milbenzahlen steigt auch das Infektionsrisiko für einige Bienenviren an. (?) Ein klarer Zusammenhang zwischen Völkerverlusten und Pestizidrückständen konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden."
Auch Studien in anderen Ländern, die nicht im Labor theoretische Gefährdungen betrachten, sondern sich in Feldversuchen mit den tatsächlichen Lebensbedingungen von Bestäubern befassen, zeigen ein anderes Bild, als Greenpeace glauben machen will. Die staatliche britische Forschungseinrichtung FERA (Food and Environment Research Agency) hatte vergangene Woche dazu eine neue Studie veröffentlicht. Bei einem Feldversuch an Hummeln hatten die Wissenschaftler keine Schädigung der Bestäuber durch Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide feststellen können. Die Wissenschaftler betonten, dass eine Wiederholung der Studie mit variierenden Parametern, wie Temperatur und Nahrungsangebot, empfehlenswert ist, für ihre eigene Arbeit stellen sie fest: "Die Studie hat jedoch gezeigt, dass die Hummelvölker beim Einsatz von Neonikotinoiden unter Feldbedingungen wachstumsfähig und produktiv blieben."
"Die Studie aus Großbritannien belegt, was uns das Deutsche Bienenmonitoring hierzulande seit Jahren zeigt: Eine produktive Landwirtschaft ohne Beeinträchtigung wichtiger Bestäuber und anderer Nutzinsekten ist möglich. Die von Greenpeace angeführten Gefährdungen sind Theorie; der verantwortungsvolle Umgang mit Insektiziden durch unsere Landwirte ist die Praxis. Politischer Aktionismus ist da vollkommen fehl am Platz", so Koch-Achelpöhler.
Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) vertritt die Interessen der agrochemischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 53 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie. Die vom IVA vertretene Branche steht für innovative Produkte für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft.
Pressekontakt:
Industrieverband Agrar e. V., Pressestelle
Martin May
Tel. +49 69 2556-1249 oder +49 151 54417692
Fax +49 69 2556-1298
E-Mail: may.iva@vci.de
http://www.iva.de
PresseKontakt / Agentur:
Industrieverband Agrar e. V., Pressestelle
Martin May
Tel. +49 69 2556-1249 oder +49 151 54417692
Fax +49 69 2556-1298
E-Mail: may.iva(at)vci.de
http://www.iva.de
Datum: 09.04.2013 - 13:21 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 849366
Anzahl Zeichen: 5320
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 377 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"IVA: 'Greenpeace-Report selektiv und verfälschend'"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Industrieverband Agrar (IVA) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Industrieverband moniert Mängel an Bienen-Studien In der Debatte um die Auswirkungen des Einsatzes neonikotinhaltiger Pflanzenschutzmittel sind aktuell zwei neue wissenschaftliche Studien in der Diskussion, die jetzt in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurden (Kessler et al., Rundlöf et
IVA: Landwirte fit machen für den Gewässerschutz ...
Berater-Symposien zur Vermeidung von Einträgen in Oberflächengewässer "Zentrale Nachhaltigkeitsinitiative der Pflanzenschutz-Industrie" Die deutsche Pflanzenschutz-Industrie setzt ihre Gewässerschutz-Initiativen fort. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA), der die Interessen
IVA bietet Ratschläge zu Gewässerschutz und Artenvielfalt ...
Demo-Parzelle auf DLG-Feldtagen zeigt, wie Landwirte mehr für Gewässerqualität und Biodiversität tun können / Bekenntnis zu produktiver Landwirtschaft (Frankfurt a. M., 14. Juni 2012) Die Landwirtschaft muss in Zukunft noch mehr produzieren, um den steigenden Bedarf an Agrarrohstoffen zu
Weitere Mitteilungen von Industrieverband Agrar (IVA)
Mit vier Fragen zum richtigen Geschirrspüler ...
Miele-Website "meingeschirrspueler.de" Sie suchen einen neuen Geschirrspüler für den Einsatz im Seniorenheim? Welches Modell am besten zu Ihnen passt, können Sie jetzt selbst mit wenigen Mausklicks auf der deutschen Internetseite "meingeschirrspueler.de" von Miele Profess
Katherina Reiche stellt bundesweite Initiative "Schulen zeigen Flagge für die Energiewende vor ...
Gymnasium Stahnsdorf ist zweite Station der Schulaktion Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche, stellte heute am Gymnasium Stahnsdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) die bundesweite Initiative "Schulen zeigen Flagge für die Energiewende" v
Außenminister Westerwelle trifft indischen Außenminister Khurshid ...
Außenminister Guido Westerwelle empfängt am Mittwoch, 10.04., seinen indischen Amtskollegen Salman Khurshid zu außenpolitischen Konsultationen im Rahmen der deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Im Mittelpunkt der Konsultationen stehen die weitere Vertiefung der engen bilateralen Bezie
IVA: "Greenpeace-Report selektiv und verfälschend" / Wirtschaftsverband kritisiert Studie als pseudo-wissenschaftliche Kampagne / "Hilft weder Bienen noch Bauern" ...
Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) hat eine heute von Greenpeace lancierte Kampagne als "pseudo-wissenschaftlich" kritisiert. Die Studie "Bye bye Biene?" und die begleitende Pressemitteilung zielen nach Auffassung des Wirtschaftsverbands nicht auf Erkenntnisgewinn. In dem




