Kanal sanieren statt Flüsse vertiefen
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Kanal sanieren statt Flüsse vertiefen
BUND, NABU und WWF: Bundesverkehrsminister lenkt von eigenen Fehlern ab
Das Aktionsbündnis "Lebendige Tideelbe" von BUND, NABU und WWF kritisiert heftig die gestrige Aufforderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, die Umweltverbände mögen ihre Klage gegen die Elbvertiefung zurücknehmen. Nach Ansicht des Aktionsbündnisses will Ramsauer damit lediglich von seinen eigenen Fehlern ablenken. Seit Jahren sei schon bekannt, dass die reibungslose Funktion des Nord-Ostsee-Kanals wichtiger für den Hamburger Hafen ist als die Elbvertiefung, so das Bündnis.
"Die Naturschutzverbände nehmen lediglich ihr Recht war, überprüfen zu lassen, ob der Naturschutz in Planungsverfahren angemessen berücksichtigt wurde", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Herr Ramsauer braucht einen Sündenbock und sucht diesen bei den Naturschutzverbänden. Dabei ist er es, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat." Der Bundesverkehrsminister habe zu verantworten, dass die norddeutschen Seehäfen sich einen ruinösen Wettbewerb liefern: In Wilhelmshaven wurden 1,2 Milliarden Euro in einen Tiefwasserhafen investiert, der jetzt kaum genutzt wird. Gleichzeitig sollen Weser und Elbe für 150 Millionen beziehungsweise 600 Millionen Euro aus dem Steuersäckel vertieft werden.
"Statt schädlicher und überflüssiger weiterer Flussvertiefungen benötigen wir die Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals", betont BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. "Hier hat Herr Ramsauer eine dringende Investition verschlafen." WWF-Vorstand Eberhard Brandes ergänzt: "Die völlig falsche Prioritätensetzung in der Verkehrsplanung von Herrn Ramsauer geht auf Kosten der Steuerzahler und der Umwelt." Das Aktionsbündnis "Lebendige Tideelbe" fordert, auf die Vertiefungen von Weser und Elbe zu verzichten und das dafür vorgesehene Geld in die dringende Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals zu stecken.
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Datum: 09.04.2013 - 16:01 Uhr
Sprache: Deutsch
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