NABU: EU-Minister müssen Grünes Licht für Seevogelschutz geben
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NABU: EU-Minister müssen Grünes Licht für Seevogelschutz geben
Tschimpke: Den sinnlosen Tod von Seevögeln in der Fischerei stoppen
Berlin/Luxemburg - Der NABU und sein Dachverband BirdLife International fordern die Agrar- und Fischereiminister der EU anlässlich ihrer Tagung am 22. und 23. April in Luxemburg auf, sich geschlossen für einen besseren Schutz von Seevögeln einzusetzen. Der im November 2012 von der Europäischen Kommission veröffentlichte Aktionsplan gibt den Mitgliedstaaten ein neues Werkzeug in die Hand, um den sinnlosen Tod Tausender Seevögel zu beenden. "Der NABU erwartet von Ministerin Aigner, dass sie sich in Luxemburg aktiv für verbindliche Regeln zum Schutz von Seevögeln im Rahmen der Reform der Europäischen Fischereipolitik einsetzt", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mehr als 200.000 Vögel sterben nach wissenschaftlichen Schätzungen jedes Jahr als ungewollter Beifang an den Haken und in den Stellnetzen der europäischen Fischereiflotten.
Der Seevogel-Aktionsplan sieht neben der notwendigen Datenerfassung und der Schulung von Fischern auch die Umsetzung von Sofortmaßnahmen vor. So können einfache technische Lösungen wie Gewichte an Langleinen oder farbige Bänder als Scheuchvorrichtungen am Heck der Fangschiffe helfen, den Seevogelbeifang deutlich zu verringern, ohne dass sich diese Maßnahmen negativ auf den Ertrag der Fischer auswirken. In der Langleinenfischerei Südafrikas auf Seehecht sank der Beifang so um etwa 85 Prozent. Um Beifänge in der auch in Deutschland weit verbreiteten Stellnetzfischerei zu verhindern, schlugen Wissenschaftler des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) bereits 2008 u.a. zeitliche und räumliche Fischereiverbotszonen und die Weiterentwicklung alternativer Fanggeräte vor.
Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Seevogelschutz. In der deutschen Ostsee überwintern Millionen Meeresenten, in der Nordsee liegt ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet der seltenen Stern- und Prachttaucher. Doch allein an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns sterben nach einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) jedes Jahr bis zu 20.000 Vögel in der Stellnetzfischerei, unter anderem die global gefährdeten Eis- und Samtenten. Hier liegt auch eines von Deutschlands wichtigsten marinen Natura-2000-Gebieten, das EU-Vogelschutzgebiet Pommersche Bucht. "Der EU-Aktionsplan empfiehlt jetzt, dass Beifang vermeidende, umweltverträgliche Fangmethoden die Grundvoraussetzung sind, um in Schutzgebieten fischen zu dürfen. Das muss Deutschland bei der aktuellen Erarbeitung der Managementpläne und bei der zukünftigen Regulierung der Fischerei in Schutzgebieten umsetzen", so NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff. Der NABU unterstützt die Entwicklung von alternativen Fanggeräten, die Stellnetze in der Zukunft ersetzen könnten, über ein vom BfN finanziertes Forschungsprojekt. Automatisierte Langleinen, Angelsysteme und Fischfallen sollen in Zusammenarbeit mit Fischern in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf ihre Anwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit in der deutschen Ostsee untersucht werden.
Mehr Informationen unter http://www.nabu.de/themen/meere/fische/15425.html
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Datum: 22.04.2013 - 14:01 Uhr
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