Bildungsforscher fordern "Prüfung" für Schulbücher
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Unterrichtsmethoden wird in Deutschland zu wenig hinterfragt. Ja, die
deutschen Schulen haben ihre Werte beim Pisa-Test in den vergangenen
Jahren verbessern können. In wichtigen Fächern schneiden die Kinder
in deutschen Klassenzimmern besser ab als noch vor einigen Jahren.
Aber woran liegt das?
Nicht jedenfalls am planvollen Umgang mit den Lehrmaterialien und
Unterrichtsmethoden, wie Experten in der aktuellen Ausgabe des
Magazins GEO berichten. "In Deutschland werden zum Beispiel
Schulbücher praktisch nie auf ihre Lernwirksamkeit geprüft", schreibt
Autor Christoph Kucklick. "Ob die darin verwendeten Erklärungen
nachweislich den Schülern weiter helfen, das wird nicht systematisch
getestet, obwohl man das könnte. Das ist ein Skandal."
Zumal solche standardisierten Prüfungen in anderen Ländern längst
eingesetzt werden. In Japan etwa dürfen in Schulen nur Methoden
verwendet werden, die vorher an "Forschungsschulen" jahrelang erprobt
und optimiert wurden. Und auch in der Schweiz werden zumindest manche
Lern-Materialien, bevor sie Schülern in die Hand gegeben werden, wie
ein Medikament auf ihre Wirksamkeit getestet, in dem man
Vergleichsgruppen mit verschiedenen Erklär-Modellen lernen lässt, und
dann die Ergebnisse vergleicht. Man könne so natürlich einen guten
Unterricht nicht erzwingen," sagt Ralph Schumacher vom MINT-Zentrum
der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. "Aber wir
können auf diese Weise die Chance auf guten Unterricht an Schweizer
Schulen ein bisschen vergrößern."
Deutsche Experten drängen darauf, Schulmaterialien auch
hierzulande ähnlich zu überprüfen. "Wir brauchen ein viel strikteres
Zulassungsverfahren", sagt etwa Martin Wellenreuther,
Bildungsforscher an der Leuphana-Universität Lüneburg.
Die aktuelle Ausgabe von GEO ist ab sofort im Handel erhältlich,
hat 164 Seiten und kostet 6,60 Euro.
Unter www.geo.de/presse-download finden Sie das aktuelle Heftcover
zum Download.
Pressekontakt:
Maike Pelikan
GEO Kommunikation
20444 Hamburg
Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 21 57
Telefax +49 (0) 40 / 37 03 - 56 83
E-Mail pelikan.maike@geo.de
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Datum: 26.04.2013 - 10:30 Uhr
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