Neue OZ: Kommentar zu Kirchentag
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Die Veranstalter des Kirchentages haben ihre Losung "Soviel du
brauchst" geschickt gewählt und damit einen Nerv getroffen. Diese
drei Worte kommen aus der Bibel, es geht um Himmelsbrot, das die
Israeliten auf ihrem Marsch durch die Wüste ernährte. Die Losung
bietet Anknüpfungspunkte für viele Gesprächsthemen, stets verbunden
mit den grundsätzlichen Fragen: Was ist genug, was zu viel, was zu
wenig? Wo liegt das richtige Maß? Was brauchen wir wirklich? Wofür
können wir dankbar sein? So viel du brauchst: Das betrifft Macht,
Geld und Verteilungsgerechtigkeit. Es geht um Finanzen, Frieden und
Umwelt, um nachhaltiges Wirtschaften. Aber auch um den persönlichen
Lebensstil.
Mehr, als du brauchst: Das hat zu tun mit Überfluss, Abzocke und
Gier. Da denkt man aktuell an die Steueraffäre um Uli Hoeneß. Doch da
besteht auf einem Kirchentag auch die Gefahr, dass Redner
selbstgerecht auf andere zeigen und zu wissen meinen, was gut und
böse ist. Es wäre falsch, wenn sie sich mit Schwarz-Weiß-Antworten
zufriedengäben. Denn auch die Kirche muss sich fragen: Haben wir
nicht selbst mehr, als wir brauchen? Differenzierung ist gefragt,
nicht nur im Fall Hoeneß. Dann aber kann der Kirchentag die
Diskussion bereichern, mit guten Chancen, von der Politik gehört zu
werden. Zumal engagierte Protestanten derzeit in Berlin so gut
vertreten sind wie seit Langem nicht.
Christof Haverkamp
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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
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Datum: 02.05.2013 - 22:00 Uhr
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