Zug um Zug: Neue Chancen für deutsche Bahntechnik in Großbritannien
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Zug um Zug: Neue Chancen für deutsche Bahntechnik in Großbritannien
- 188 Millionen Euro-Auftrag für Bombardier bringt neuen Schwung nach Derby,
- Europas führendem Standort für Bahntechnikunternehmen
- East Midlands hilft deutschen Unternehmen mit ?VIP Global Fast-Track?
Nottingham, 29. April 2009. Die britische Bahnindustrie genießt seit Beginn der Privatisierung einen eher zweifelhaften Ruf: Marode Schienennetze, veraltete Züge und Waggons sowie dauerhafte Engpässe auf wichtigen Langstreckenverbindungen haben jahrelang das Bild des Bahnsektors im Vereinigten Königreich geprägt. Mit der Vergabe zweier Großprojekte hat die britische Regierung nun neue Wege für die Bahn geebnet ? und das trotz der andauernden Wirtschaftskrise.
Der Auftrag für den Bau von 120 ELECTROSTAR-Fahrzeugen für den Stansted Express durch Bombardier sowie die Anfrage an das Agility Konsortium zum Bau der neuen ?Super Express Trains? sind dabei erst der Anfang: Über 20 Mrd. GBP wird die britische Regierung in den Eisenbahnsektor investieren. Das ?Intercity Express Programm? umfasst die Lieferung von 800 bis 2.000 Eisenbahnwaggons. Neben dem Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecken und dem behindertenfreundlichen Umbau der Bahnhöfe ist auch die Einführung und Verbreitung von elektronischen Zahlungssystemen Teil des Plans. Weiterhin sollen die Modernisierung und der Ausbau des Schienenfrachtverkehrsnetzes mit weiteren 200 Mio GBP vorangetrieben werden.
Im Zentrum des britischen Bahnnetzes: Englands East Midlands
Die britischen Midlands liegen im Herzen des britischen Bahnnetzes. Von hier aus ist ganz Großbritannien, aber auch das europäische Festland leicht zu erreichen. In dieser Region befindet sich Europas dichteste Ansiedlung von Bahntechnikunternehmen. Hier werden von hochqualifizierten Arbeitskräften bahnbrechende Technologien entwickelt und umgesetzt.
Der Knotenpunkt der regionalen Bahnindustrie, Derby, mit mehr als 230 ansässigen Bahnunternehmen, erhält nun durch den Auftrag von National Express an Bombardier für die Lieferung und Wartung von 120 ELECTROSTAR-Fahrzeugen neuen Wind. Die Vereinbarung enthält neben dem Liefervertrag auch einen dreijährigen Wartungsvertrag. Alle 120 Wagen werden zwischen März und Juni 2011 ausgeliefert. Der Bombardier-Standort Derby wird für die Herstellung der Fahrzeuge sowie für Projektmanagement, Konstruktion und Prüfung verantwortlich sein.
Auch von dem Auftrag an das Agility Konsortium (John Laing, Hitachi und Barclays) für den Bau der neuen "Super Express Trains" zum Einsatz auf den Great Western und East Coast Main Lines werden Englands East Midlands profitieren können: Eine neue Produktionsstätte wird voraussichtlich in Leicestershire (Ashby-de-la-Zouch), East Midlands entstehen. Mindestens die Endmontage der Super-Express-Züge wird in der Region stattfinden.
Industrie und Forschung eng verzahnt
Spezielles Know-how in allen Bereichen, von Sicherheitssystemen bis hin zu technischen Schulungen, machen Englands East Midlands zu einem attraktiven Wirtschafsstandort für die gesamte Branche. ?Für die Bahnindustrie aus dem deutschsprachigen Raum bietet die Region hervorragende Perspektiven?, erläutert David Scrimgeour, Repräsentant der EMDA für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Neben vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten zwischen Industrie und Forschung, zeichnet sich die Region durch eine optimale Infrastruktur sowie durch ihre zentrale, verkehrsgünstige Lage aus. Gerade für mittelständische Unternehmen, die sich auf spezielle Bereiche der Bahntechnik konzentrieren, lohnt sich eine Ansiedlung vor Ort. ?Die Modernisierung des britischen Bahnsystems wird viele weitere Ausschreibungen mit sich bringen. Auch für die gerade angelaufenen Großprojekte werden immer wieder spezialisierte Subunternehmen gebraucht werden. Daher ist es wichtig, vor Ort zu sein, wenn es los geht?, erklärt Scrimgeour.
?VIP Global Fast-Track? erleichtert den Einstieg für ausländische Investoren
Die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft, EMDA, sorgt mit ihren Beratungsleistungen für einen optimalen Start. EMDA hat ein Programm etabliert, das Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, die in den East Midlands investieren wollen, eine umfangreiche und individuelle Unterstützung mit kostenlosen Sonderleistungen bietet. Diese reichen von der Vermittlung von Partnern aus Forschung, Wirtschaft oder Regierung über die Unterstützung in Steuer- und Finanzierungsfragen bis hin zur Suche nach dem geeigneten Standort. Für eine erste Sondierungsphase können über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten kostenfreie Büroräume in hochwertigen Gewerbe- oder Wissenschaftsparks zur Verfügung gestellt werden.
Die East Midlands Development Agency (EMDA) ist eine von neun Entwicklungsagenturen, die die britische Regierung eingesetzt hat, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes auf regionaler Ebene voranzutreiben. Ziel der EMDA ist es, die East Midlands bis zum Jahr 2020 zu einem der attraktivsten Wirtschaftsstandorte Europas zu machen. (www.eastmidlands.de )
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Datum: 29.04.2009 - 15:32 Uhr
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