Brauchen wir die Anti-Flatrate?
Software-Branche entwickelt rückständige Lizenz-Modelle
Aachen, 27.04.2009 – Softwarehersteller entwickeln immer ausgefeiltere Lizenzmodelle, um ihren Verdienst zu maximieren. Anwenderunternehmen hingegen setzen lieber auf ein durchdachtes Lizenz-Management – das soll helfen, Kosten einzusparen. Muss sich die Softwareindustrie Lösungen aus anderen Branchen abgucken, um diesen Konflikt zu lösen?
Daher hat bei den Anwendern eine Gegenbewegung eingesetzt: Lizenz-Management zur Kostenoptimierung wird immer wichtiger. Auf diese Weise sollen teure Überlizenzierungen vermieden werden, die nicht nur unnötig Kapital binden, sondern für die oftmals auch noch Wartungskosten bezahlt werden müssen. Ein ausgearbeitetes Lizenz-Management ist vielen Softwareherstellern tatsächlich ein Dorn im Auge: Je besser Anwenderunternehmen ihre Lizenzen im Auge behalten, desto weniger Geld können die Hersteller, auch durch Druckmittel wie Audits, kassieren.
Die Software-Flatrate als Lizenz-Modell
Andere Branchen haben den Weg gezeigt, den auch die Software-industrie einschlagen könnte. Eine Entwicklung zu immer einfacheren Preismodellen lässt sich überall beobachten. In der Telekommunikationsbranche hat sich das Modell der Flatrate so weit durchgesetzt, dass es sich kein namhafter Anbieter leisten kann, sie seinen Kunden nicht anzubieten. Die Flatrate bietet dem Kunden den großen Vorteil der Bequemlichkeit: er zahlt einen einmaligen monatlichen Preis und erhält dafür Zugriff auf das gesamte Spektrum der Produkte oder Dienstleistungen.
So ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Anwenderunternehmen eine Software-Flatrate wie bisher bei z.B. Betriebssystemen wünschen: Mit dem Kauf der Software ersteht der Anwender auf unbestimmte Zeit alle Funktionen und hat fortan seine Ruhe – undurchsichtige Lizenzmodelle und Software-Audits können der Vergangenheit angehören.
„Ob sich die Anwender durchsetzen können, ist allerdings noch offen. Ein größerer Wettbewerb auf dem Markt würde, wie in der Telekommunikationsbranche, den Kunden sehr zugute kommen,“ ergänzt Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware. „Schwierig bleibt die Lage aber in den Bereichen, in denen sich Unternehmen ein Monopol aufgebaut haben. Hier ist kaum davon auszugehen, dass den Kundenwünschen Gehör geschenkt wird.“
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