Neue OZ: Kommentar zu Islam / Bundesregierung
ID: 867843
Mit der letzten Auflage in dieser Legislaturperiode hat die
Islamkonferenz ihren Tiefpunkt erreicht: Das Treffen zwischen
Islamverbänden, Muslimen und dem Staat ist zu einer sinnlosen
Pflichtveranstaltung verkommen.
Aufbruchstimmung und Zuversicht begleiteten 2006 den Start des
Dialogforums. Geblieben sind Enttäuschung, Misstrauen und Streit.
Viele Muslime kommen nur noch aus Höflichkeit - oder gar nicht mehr.
So hat die Konferenz keine Zukunft.
Das liegt zum einen an Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich,
der seit Jahren Sicherheitsthemen in den Mittelpunkt rückt und mit
Begriffen wie Terrorismusprävention und Sicherheitspartnerschaft
verschreckt. Dabei sollte es bei diesen Treffen ursprünglich um
Integrationsthemen gehen: um Islamunterricht, die Rolle von Muslimen
im Arbeitsleben, Geschlechtergerechtigkeit. Friedrich setzt den
falschen Fokus.
Aber auch die Verbände sind für das Scheitern mitverantwortlich.
Zwar wollen sie mitreden und den Islam als Religionsgemeinschaft in
Deutschland anerkannt sehen. Doch sie tun viel zu wenig dafür, sich
entsprechend zu organisieren und somit den rechtlichen Vorgaben zu
genügen.
Gleichwohl: Die Islamkonferenz aufzugeben wäre ein Fehler. Denn es
ist immer noch besser, öffentlich zu streiten, als gar nicht
miteinander zu reden.
Franziska Kückmann
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Datum: 07.05.2013 - 22:00 Uhr
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