Hessens Stellung im Länderfinanzausgleich immer bedrückender
ID: 86788
Hessens Stellung im Länderfinanzausgleich immer bedrückender
Neue Quartalsabrechnung zeigt weiter steigende Belastungen trotz sinkender Steuereinnahmen ? Karlheinz Weimar mahnt gerechtere Verteilung der Mittel an
Die Situation Hessens als ?Zahlmeister? der Nation wird immer bedrückender. Obwohl Hessen 2008 Einbußen bei den gewinnabhängigen Steuern hatte und als einziges Bundesland rückläufige Steuereinnahmen aufwies, ist die pro-Kopf-Belastung Hessens im System des Länderfinanzausgleichs (LFA) im ersten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahresquartal von 120 Euro auf 128 Euro pro Einwohner gestiegen. Damit rangiert Hessen inzwischen mit weitem Abstand vor Bayern (70 Euro pro Einwohner) und Baden-Württemberg (39 Euro pro Einwohner) als das am stärksten belastete Zahlerland. ?Diese Situation wird gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltssituation des Landes unerträglich. Unsere finanziellen Handlungsspielräume werden vor allem durch den LFA in erheblichem Maße eingeschränkt?, kommentierte Finanzminister Karlheinz Weimar die jüngste Entwicklung im finanziellen Ausgleichsmechanismus der Bundesländer. Weimar mahnte dringenden Reformbedarf an. Fehle auf der Seite der Geberländer die Bereitschaft, über die ?Systemfehler? im LFA zu diskutieren, werde Hessen nicht umhin können, sich zu wehren, so Weimar.
Parallel zum Anwachsen der rechnerischen Finanzkraft Hessens verstärkt sich der Trend, dass immer weniger Länder in den Topf des LFA einzahlen. Derzeit finden sich auf der Geberseite nur noch die drei Südländer Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Hamburg wechselte wie bereits im 1. Quartal 2008 ins Lager der Empfänger. Das frühere Geberland Nordrhein-Westfalen bleibt auch im 1. Quartal 2009 auf der Nehmerseite. Weimar erkennt in dieser Entwicklung einen gefährlichen Trend: ?Die süddeutschen Länder sind wegen ihrer besonders konjunkturanfälligen, exportorientierten Wirtschaft von der Rezession härter betroffen als andere.? Der LFA dürfe nicht krisenverschärfend für jene Bundesländer wirken, die in den letzten Jahrzehnten alles für den Ausbau und die Modernisierung ihrer Wirtschaft getan hätten. ?Wenn auf Dauer drei Bundesländer die restlichen 13 finanzieren, ist die Grenze der Belastbarkeit deutlich überschritten?, warnte Weimar. ?Wenn dieses Missverhältnis so auf Dauer Bestand hat, führt sich das System des LFA ad absurdum.?
Der Minister rügte die mangelnde Bereitschaft der Nehmerländer, aus eigenem Antrieb alles zu unternehmen, um in absehbarer Zeit unabhängig vom LFA zu werden. ?Von Bayern abgesehen hat es über die letzten Jahrzehnte betrachtet kein Nehmerland im LFA geschafft, zum Geberland zu werden?, so der Minister. Daher sei es wünschenswert, dass die Empfänger der Mittel aus dem LFA über deren Verwendung einen regelmäßigen Nachweis erbringen. Die Geberländer hätten einen Anspruch darauf zu erfahren, wofür ihr Geld in anderen Bundesländern ausgegeben werde.
Pressestelle: Hessisches Ministerium der Finanzen
Pressesprecher: Michael Scheerer
Telefon: (0611) 32 24 57, Fax: (0611) 32 24 33
E-Mail: presse@hmdf.hessen.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 30.04.2009 - 11:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 86788
Anzahl Zeichen: 0
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 542 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Hessens Stellung im Länderfinanzausgleich immer bedrückender"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Hessisches Ministerium der Finanzen (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Finanzminister Schäfer: "Wir sind mit dem Abbau der Neuverschuldung weiter im Plan" Der Hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer hat heute den Haushaltsausschuss des Hessischen Landtags über den vorläufigen Haushaltsabschluss für das Jahr 2012 unterrichtet. Nach den bereits
Der Kommunale Schutzschirm ? ein hessisches Erfolgsmodell ...
Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: "Wichtiger Beitrag zu nachhaltiger und generationengerechter Finanzpolitik" Zwischenbilanz: Überwältigende Resonanz "Der Kommunale Schutzschirm ist aufgrund der überwältigenden Resonanz ein hessisches Erfolgsmodell geworden", erklä
Hessen unterstützt seine Kommunen in diesem Jahr mit weiteren 147,2 Mio. Euro ...
Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: Investitionsförderung des Landes bleibt auf konstant hohem Niveau/ Wichtige Finanzierungshilfen für die kommunale Infrastruktur Die Hessische Landesregierung wird in diesem Jahr wieder 153 Investitionsmaßnahmen und Investitionsfördermaßnahmen der Kommunen
Weitere Mitteilungen von Hessisches Ministerium der Finanzen
Großhandelsumsatz im März 2009 real um 2,2% gestiegen ...
Wiesbaden - Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) setzte der Großhandel in Deutschland im März 2009 nominal 5,1% weniger und real 2,2% mehr um als im März 2008. Ursache für die unterschiedliche Entwicklung der nominalen und realen Umsätze war der im Jahresvergle
Bierabsatz im ersten Quartal 2009 um 6,8% gesunken ...
Wiesbaden - Der Bierabsatz in Deutschland ist im ersten Quartal 2009 zurückgegangen: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben in diesem Zeitraum deutsche Brauereien und Bierlager 20,7 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das waren 1,5 Millionen Hektoliter oder 6,8% weniger als im g
Konzern-Gewinn nach Steuern beträgt 7,2 Mio. EUR nach Integrationsaufwand der Hesse Newman Bank (gegenüber 7,9 Mio. EUR in Q1 -2008) ...
Baden-Baden, den 30. April 2009: Wie angekündigt stand im Q1-2009 die Erhöhung der Liquidität im Hinblick auf die Fälligkeit der Anleihe im April 2009 im Fokus der Steuerung unseres Geschäftes. Entsprechend hat sich der Bestand an liquiden Mitteln zum Quartalsende auf 112,9 Mio. EUR erhöht aus
Der Superfund Investment Talk mit Hermann Kutzer! ...
Managed-Futures-Fonds haben in der jüngsten Wirtschaftskrise wieder einmal ihre Stabilität bewiesen. Während Aktien und Rohstoffe massive Verluste hinnehmen mussten, konnten Managed-Futures-Anleger deutliche Gewinne verbuchen. Anlass genug, sich diese Anlageklasse näher anzuschauen. Gelegenhe




