Palmöl statt Raps im Tank: Rapsölverarbeiter fordern von EU Rückhalt statt Ruin
ID: 868056
gefährden heimischen Raps zugunsten von Palmöl
Das Ringen um die Gültigkeit von Nachhaltigkeitszertifizierungen
bei deutschem Biodiesel zieht weitere Kreise. Jetzt machen die
deutschen Rapsölverarbeiter mobil. Sie prognostizieren, dass nun
importiertes Palmöl das heimische Rapsöl als Rohstoff für Biodiesel
verdrängt.
Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der
ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., fordert die
Politiker in Brüssel auf, ihr Handeln und ihre Positionen zu
überdenken, bevor es für die gesamte deutsche Biodieselbranche zu
spät ist: "Ausgerechnet unsere eigenen Politiker fallen uns in den
Rücken. Statt die europäische Rapsölproduktion zu fördern, bewirken
sie mit ungeschickten Verordnungen und konzeptionellen Fehlern, dass
Raps gegenüber Palmöl chancenlos ist."
Mit diesem Kurs der bürokratischen Benachteiligung von "Diesel von
hier" konterkariert die EU in Wahrheit ihre Klimaschutzziele.
Hintergrund: Deutschland bleibt aktuell auf seiner Rapsernte
sitzen, da Brüssel die deutschen Nachhaltigkeitszertifizierungen
nicht anerkennt. Weil das im vergangenen Jahr nachträglich
eingeführte EU-Zertifizierungssystem ohne ausreichende
Übergangsfristen kommuniziert wurde, wird das bereits
umweltfreundlich in Deutschland produzierte Rapsöl nicht als
nachhaltig anerkannt und dadurch auf dem Markt benachteiligt.
Zusätzlich hat der europäische Gesetzgeber vor, die für den Absatz
wichtige Treibhausgasbilanz für nachwachsende Rohstoffe zu
verschlechtern: Raps aus Mecklenburg-Vorpommern und Bayern soll für
Regenwaldrodungen in Mithaftung genommen werden. Mit einem Malus für
sogenannte indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) könnte sich
Biodiesel von hier nicht mehr als Alternative zu Erdöl qualifizieren.
Dass Raps bei der Biokraftstoffproduktion mit seinem Schrot
gleichzeitig wertvolles Tierfutter liefert und damit die
Importabhängigkeit verringert, wird der Pflanze dagegen kaum
gutgeschrieben. Auch dagegen wehrt sich der Verband, der die
Interessen der Ölmühlen vertritt.
"Mit ihrem Zick-Zack-Kurs gefährdet die EU nicht nur den
Ölsaatenanbau mit Rapsöl- und Rapsschrotproduktion, sondern
vergiftet das Investitionsklima in Europa insgesamt. Mit Klimaschutz
hat all das nichts zu tun", so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen.
Die EU hatte erst 2009 mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie die
Branche zu Investitionen in der Biodieselproduktion beflügelt.
Pressekontakt:
OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden
Industrie in Deutschland e.V.
Julia Hofmann
Kommunikation & PR
Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin
Tel: +49 (0)30 - 72 62 59 30
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Datum: 08.05.2013 - 10:00 Uhr
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