Textilindustrie Südasien / medico international fordert rechtlich bindende Vorschriften

Textilindustrie Südasien / medico international fordert rechtlich bindende Vorschriften

ID: 873849
(ots) - Die Frankfurter Hilfs- und
Menschenrechtsorganisation medico international sieht in dem
Sicherheitsabkommen für Bangladeschs Textilindustrie nur einen ersten
Schritt zur Änderung der menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. "Die
meisten Firmen, die das Bangladesch-Abkommen unterzeichnet haben,
lassen auch in Pakistan, Kambodscha oder Sri Lanka produzieren.
Werden die Regelungen nicht schnellstmöglich dorthin übertragen,
führt das nur zu einer Verlagerung der Produktions- und
Lieferketten", sagt Thomas Seibert, Südasien-Referent von medico
international.

"Nur eine internationale Regelung kann die Produktionsbedingungen
nachhaltig verbessern" sagt der pakistanische medico-Partner Nasir
Mansoor, stellvertretender Generalsekretär der Gewerkschaft National
Trade Union Federation (NTUF). "Textilien des KiK-Labels fanden sich
im eingestürzten Fabrikhochaus in Bangladesch und in der
ausgebrannten Fabrik hier in Karatschi. Die großen Unternehmen lassen
immer dort arbeiten, wo es am billigsten ist. Wer die neuen
Regelungen lokal beschränkt, hält sich diese Hintertür offen."

Weil Arbeitszeit und Arbeitslohn in der Unterbietungskonkurrenz um
europäische und amerikanische Aufträge den Ausschlag geben, fordern
medico und seine pakistanischen Partner außerdem die Ausweitung der
Regelungen auf den Arbeitslohn, die Arbeitszeitbestimmungen, die
Sozialleistungen und das Recht auf freie gewerkschaftliche
Betätigung. "Obwohl die Beschäftigten in Asien bis zu 14 Stunden
täglich arbeiten, reicht der Lohn kaum zum Überleben. Die
Mindestlöhne müssen wenigstens verdoppelt werden", sagt
medico-Partnerin Zehra Khan von der Frauengewerkschaft Home Based
Women Workers Association (HWWA).

"Wir brauchen internationale gesetzliche Regelungen, die
Zuwiderhandlungen unter Strafe stellen und auch in Deutschland


eingeklagt werden können", sagt Thomas Seibert. "Sollen H&M, Primark,
KiK und NKD ihr Verhalten wirklich ändern, müssen sie auch von
Konsumentinnen und Konsumenten und von den Regierungen in Europa
unter Druck gesetzt werden."

Hinweis:

Auf Einladung medicos hält sich Zehra Khan vom 23. Mai bis zum 1.
Juni in Deutschland auf und steht für Interviews zur Verfügung. Sie
spricht am 26. Mai auf dem Berliner Kongress "Umfairteilen. Macht.
Gerechtigkeit" und nimmt an den "Blockupy"-Protesten in Frankfurt
teil.

Weitere Informationen: www.medico.de/textil



Pressekontakt:
Für Nachfragen, Interviewwünsche und Kontakt zu Zehra Khan:

- Thomas Seibert, Referent Öffentlichkeitsarbeit Südasien:
seibert@medico.de oder Tel. 0160 97557350

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Datum: 17.05.2013 - 11:04 Uhr
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