Neue OZ: Kommentar zu Großbritannien / Terrorismus
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Wieder einmal steht die Zivilgesellschaft nach einem abscheulichen
Verbrechen vor der Herausforderung, nicht von den Einzeltätern auf
die Bevölkerungsgruppe zu schließen, der diese angehören. Das ist
eine hohe Kunst, die Besonnenheit und Vernunft erfordert. Nicht alle
beherrschen sie. Und so wüten und wettern längst die ersten Briten
gegen den Islam als solchen, nachdem zwei Muslime einen britischen
Soldaten bestialisch ermordet haben. Derartige Abwehrreflexe sind
allerdings ebenso unsinnig wie die verquere Logik der Attentäter, das
Unrecht vergelten zu wollen, das britische Soldaten ihren
Glaubensbrüdern und -schwestern vermeintlich angetan haben. Als hätte
das Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn", auf das die Täter sich
inbrünstig berufen, je ein Problem gelöst, geschweige denn zu Frieden
und Versöhnung geführt!
Natürlich müssen Polizei und Politik nun handeln und eventuelle
Nachahmungstäter aufhalten, Hintermänner aufspüren und die Sicherheit
in der Stadt, etwa beim anstehenden Champions-League-Finale,
gewährleisten. Radikale Fundamentalisten aber hält im Zweifel selbst
die beste Polizeiarbeit nicht auf. Doch das ist kein Problem ihres
Glaubens, sondern ihrer Geisteshaltung. Folglich sollten die Briten
nicht in Panik geraten angesichts einer vermeintlichen Bedrohung
durch den Islam, sondern religionsübergreifend zusammenhalten, und so
ein Zeichen setzen, dass sie ihre Gesellschaft nicht spalten lassen.
Constantin Binder
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Datum: 23.05.2013 - 22:00 Uhr
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