Ärztetag: Medizinische Versorgung von Migranten sicherstellen
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Der 116. Deutsche Ärztetag in Hannover hat die Politik dazu
aufgefordert, eine adäquate medizinische Versorgung für Migranten
ohne ausreichenden Versicherungsschutz sicherzustellen. Derzeit gäbe
es in der Behandlung dieser Bevölkerungsgruppe noch große Probleme.
So entstünden für die behandelnden Ärzte ethische und rechtliche
Konflikte, etwa wenn bestimmte Therapien aus Versicherungsgründen
nicht durchgeführt werden können oder die ärztliche Schweigepflicht
bei Hilfegesuchen gegenüber Dritten verletzt wird. Oft gingen
Migranten aber auch aus Angst vor einer Meldung bei der
Ausländerbehörde selbst bei dringendem Behandlungsbedarf nicht zum
Arzt.
Auf Grundlage der im Mai von der Zentralen Ethikkommission der
Bundesärztekammer veröffentlichten Stellungnahme "Versorgung von
nicht regulär krankenversicherten Patienten mit
Migrationshintergrund" forderte der Ärztetag, dass Ärzte an der
Erfüllung ihrer Pflicht nicht systematisch gehindert werden dürften.
Bürokratische Hürden, die kranken Personen den Zugang zu nach dem
Gesetz zustehenden Behandlungen verhindern oder erschweren, seien zu
beseitigen. Das Vertrauensverhältnis von Arzt und Patient müsse in
jedem Falle gewahrt werden, die Berücksichtigung der ärztlichen
Schweigepflicht sei unabdingbar.
Sichergestellt werden müsse im Besonderen die medizinische
Versorgung von Kindern, ohne dass die Eltern dabei Gefahr laufen,
ausgewiesen zu werden. Der Ärztetag forderte die Bundesregierung in
diesem Zusammenhang auf, die Übermittlungspflicht für öffentliche
Stellen an die Ausländerbehörde bei der Inanspruchnahme medizinischer
Leistungen durch Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus aufzuheben.
Die Delegierten sprachen sich zudem für den Einsatz von
professionellen Sprach- und Kulturvermittlern aus. Fehler in
Diagnostik und Therapie aufgrund von Sprachproblemen oder kulturell
bedingten Missverständnissen würden so vermieden. Zudem wies der
Ärztetag darauf hin, dass Menschen mit Migrationshintergrund Studien
zu Folge häufiger von psychischen Krankheiten betroffen seien. Um
hier gegenzusteuern, müsse eine gesetzliche Regelung zur Erweiterung
der Zulassung von muttersprachlichen Psychotherapeuten getroffen
werden.
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Datum: 31.05.2013 - 14:22 Uhr
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