Badische Neueste Nachrichten: Versprechen gebrochen
ID: 883269
die weniger drastische Variante. Statt das Kindergeld für alle zu
kürzen, wagt sich die französische Regierung lediglich an den
Steuerfreibetrag. Der berühmte "quotient familial", der die Franzosen
seit 1945 durch steuerliche Anreize zum Kinderkriegen animieren soll,
wird abermals abgesenkt - von 2 000 auf 1 500 Euro. Das ist freilich
nicht die Welt, trifft aber bei Weitem nicht nur die bessergestellten
Familien, wie die Regierung glauben machen will. Ein Paar, das etwa
den Mindestlohn bezieht und wegen seiner drei Kinder bisher von der
Einkommensteuer befreit war, wird künftig ebenfalls zur Kasse
gebeten. Die Maßnahme kommt überdies zu einem Zeitpunkt, da die
Franzosen ohnehin schon eine Reihe von Steuererhöhungen verkraften
müssen und zunehmend an Kaufkraft verlieren. Statt sich an die
Staats- und Verwaltungsausgaben zu machen und dort radikal den
Rotstift anzusetzen, dreht François Hollande indirekt also einmal
mehr an der Steuerschraube. Damit bricht der Präsident, der erst
kürzlich zugesagt hatte, auf weitere Steuererhöhungen zu verzichten,
sein eigenes Versprechen. Seine Begründung, die Regierung müsse das
Loch der defizitären Sozialversicherung stopfen, trägt überdies
nicht: Die Familienkasse ist vor allem deshalb in roten Zahlen, weil
sie Ausgaben trägt, die normalerweise von der Rentenversicherung
beglichen werden müssten. Schade, dass die Regierung keinen anderen
Weg gefunden hat, als einen der wenig verbleibenden Trümpfe des
Landes anzutasten: Die Familienpolitik, die Frankreich auch aufgrund
zahlreicher Kinderbetreuungsmöglichkeiten und finanzieller Anreize
einen anhaltenden Baby-Boom beschert und die demografische
Entwicklung sichert.
Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.06.2013 - 22:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 883269
Anzahl Zeichen: 2076
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Karlsruhe
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 206 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Badische Neueste Nachrichten: Versprechen gebrochen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Badische Neueste Nachrichten (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Auf der Zielgeraden der Legislaturperiode haben Union und FDP noch ein Gesetz durch den Bundesrat bekommen, das die Rechte der Verbraucher nachhaltig stärkt. Mit abschreckend hohen Bußgeldern und neuen Obergrenzen für Gebühren will es unlauterer Telefonwerbung, übereifrigen Inkassobüro
Weitere Mitteilungen von Badische Neueste Nachrichten
Weser-Kurier: Zur Flüchtlingsproblematik schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 4. Juni 2013: ...
Hamburg steckt in einem Dilemma: Rund 300 Flüchtlinge aus Libyen sind in der Hansestadt gestrandet. Rechtlich gesehen hat die Stadt ihnen gegenüber keinerlei Verpflichtungen. Die Gesetze besagen klar, dass Flüchtlinge nur dort Asyl beantragen dürfen, wo sie angekommen sind. Nur dort haben si
Schwäbische Zeitung: Armutszeugnis der Regierung - Kommentar ...
Von zwei schlechten Lösungen ist es - zugegeben - die weniger drastische. Statt das Kindergeld für alle zu kürzen, wagt sich die französische Regierung lediglich an den "quotient familial". Der Angriff auf die französische Steuerfreibetrags-Institution trifft aber bei Weitem nicht
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu CDU/Baden-Württemberg/Mappus: Erzwungene Geständnisse ...
Nach Ex-Minister Ulrich Müller und Fraktionsgeschäftsführer Volker Schebesta hat nun ein dritter, vergleichsweise prominenter Christdemokrat fragwürdige Kontakte zum früheren Ministerpräsidenten Stefan Mappus zugeben müssen: Auch der stellvertretende Landes- und Fraktionschef der Partei,
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Gewalt gegen Kinder Nicht angeboren BERNHARD HÄNEL ...
Ohrfeigen, Prügel, verbale Missachtung: Gewalt gegen Kinder gehört zum deutschen Alltag. Nicht in jedem Haushalt, aber in so erschreckend vielen, dass einem angst und bange werden sollte. Denn Erwachsene, die als Kinder Gewalt erlebten, setzen diese Form der "Erziehung" häufig bei ih




