Neue OZ: Kommentar zu Syrien/Konflikte/Libanon
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Seit Wochen mehren sich die Anzeichen dafür, dass Syriens
Präsident Baschar al-Assad wieder fester im Sattel sitzt und seine
Armee Boden gut-macht. Nun ist auf grausige Art der Beweis dafür
erbracht: Seine Truppen haben nach einer erbarmungslosen Belagerung
Al-Kusair von den Rebellen zurückerobert. Schreckensnachrichten über
die unmenschlichen Bedingungen, unter denen Zivilisten in der
Kleinstadt eingekesselt und den Kämpfern beider Seiten ausgeliefert
waren, machen die Schlacht um Al-Kusair zum Inbegriff der gnadenlosen
Brutalität des Bürgerkriegs.
Die Einnahme hat für Assad sowohl strategischen als auch
symbolischen Wert. Wer die Stadt an der Grenze zum Libanon
kontrolliert, überwacht die Nachschubwege in den Norden Syriens.
Nicht minder wichtig dürfte für den Präsidenten aber die Botschaft
sein, die dieser militärische Erfolg sendet: Seine Tage scheinen
keineswegs gezählt. Im Gegenteil, es ist ihm gelungen, eine
Rebellenhochburg zu unterwerfen. Der Fall Al-Kusairs könnte die Waage
zu Assads Gunsten kippen.
Es beunruhigt, dass daran die libanesische Hisbollah
entscheidenden Anteil hatte. Bisher definierte sich die schiitische
Miliz über die Ablehnung Israels. Nun metzelt sie aufseiten des
syrischen Regimes Araber nieder. Spätestens jetzt droht der Libanon
in den Sog des Bürgerkriegs zu geraten
Franziska Kückmann
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Datum: 05.06.2013 - 22:00 Uhr
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