Lausitzer Rundschau: Merkels Zaudern
Mehr Rechte für gleichgeschlechtliche Partnerschaften
ID: 885932
und Lesben gestärkt - und der Union eine schallende Ohrfeige
verpasst. Die Gesellschaft ist eben bunter, als es die
Gesellschaftspolitik der C-Parteien erahnen lässt. Ihre Protagonisten
hätten es wissen können. Denn ganz gleich, ob sich die
vorangegangenen höchstrichterlichen Urteile ums Adoptionsrecht
drehten, um Grunderwerbsteuer oder Hinterbliebenenversorgung - die
Begründung war im Kern stets gleich: Der besondere Schutz der Ehe im
deutschen Grundgesetz darf kein Freibrief für eine Schlechterstellung
von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften sein. Dazu fehle es
an "hinreichend gewichtigen Gründen", wie es hinreichend trocken im
aktuellen Urteil heißt. Zweifellos gefällt das nicht jedem. Schon gar
nicht in der Union. Doch wenn Familie dort sein soll, wo Menschen
füreinander Verantwortung übernehmen, dann muss auch die
Geschlechterfrage eher zweitrangig sein. Und dann wäre dieses
Weltbild von den christlichen Werten auch gar nicht so weit entfernt,
wie es konservative Kräfte in der CDU glauben machen wollen. An der
Bundesregierung liegt es nun, das Urteil möglichst zügig in ein
Gesetz zu gießen. Und anders als bei anderen Themen könnte sich die
FDP dabei durchaus als treibender Faktor erweisen. Eine bloße
Übertragung der neuen Rechte von Homosexuellen ins Ehegattensplitting
wäre allerdings zu kurz gesprungen. Das gesamte System muss
hinterfragt werden. Nicht nur Steuerexperten wissen, dass das
Splitting die Einverdiener-Ehe besonders begünstigt, anstatt Eltern
mit Kindern. In einem Land, das rasant altert und politisch fast
verzweifelt alles Mögliche ausprobiert, um den individuellen Wunsch
für Nachwuchs zu beflügeln, ist das geradezu fahrlässig. Der Nachbar
Frankreich macht es vor: Nicht zuletzt durch ein Familiensplitting
sind die Geburtenraten dort deutlich höher als bei uns. Auch in der
Union wird über ein solches Modell schon länger gestritten. Dass die
Diskussion bislang fruchtlos bleibt, liegt vornehmlich am Zaudern der
Kanzlerin: nur nicht festlegen - auch deshalb mischt Karlsruhe immer
stärker in der Politik mit. Die richterlich erzwungene Gleichstellung
von Homo-Paaren bei der Einkommensteuer sollte auch Anlass sein,
weitere Lebensbereiche daraufhin unter die Lupe zu nehmen. Beim
Adoptionsrecht zum Beispiel gibt es noch gewichtige Unterschiede.
Ehepartner können gemeinschaftlich Kinder adoptieren.
Lebenspartnerschaften ist das verwehrt. Womöglich wird auch das eines
Tages von Karlsruhe kassiert, wenn es die politischen Volksvertreter
nicht selber tun. Mag sein, dass die Union dadurch auch Wähler
verliert. Aber sie könnte auch neue Anhänger gewinnen, wenn sie den
gesellschaftlichen Realitäten Rechnung trägt.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.06.2013 - 22:03 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 885932
Anzahl Zeichen: 3169
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 474 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Merkels Zaudern
Mehr Rechte für gleichgeschlechtliche Partnerschaften"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Schwäbische Zeitung: Der Flächenbrand hat begonnen - Kommentar ...
Die von Israel besetzten Golanhöhen sind die offene Wunde Syriens. Darum kämpften am Donnerstag syrische Rebellen und die Assad-Armee so erbittert um die Stadt Kuneitra an der Demarkationslinie. Das Assad-Regime hatte bisher aus Pragmatismus den Status Quo anerkannt, in dem die Israelis den Hö
Schwäbische Zeitung: Gleiche Pflichten, gleiche Rechte - Leitartikel ...
Es kam nicht unerwartet. Und doch ist es blamabel für die Bundesregierung. Wieder einmal mahnt Karlsruhe den Gesetzgeber, gleichgeschlechtliche Partnerschaften gleichzustellen, diesmal beim Ehegattensplitting. Karlsruhe regiert mal wieder, und bei der FDP knallen die Sektkorken. Die Grünen lad
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Zorn und Resignation bei NRW-Beamten Frustrierte Staatsdiener HUBERTUS GÄRTNER ...
Die NRW-Landesregierung will höheren Beamten und Richtern Nullrunden bei der Besoldung verordnen. Die Adressaten fühlen sich als "Leistungsträger" ungerecht behandelt und werfen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) "Wortbruch" vor. Der gewaltige Zorn in den Behörden
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Urteil zur steuerlichen Gleichstellung von Homo-Ehen CDU und CSU in der Pflicht ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN ...
Auf dem jüngsten Parteitag der CDU war eine Mehrheit der Delegierten gegen die steuerliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe. Diese letzte Bastion der Konservativen hat das Verfassungsgericht zum Einsturz gebracht. Das Urteil aus Karlsruhe führt Ehe und Lebenspartnerschaft zu Rech




