Nickel gehört nicht in Tätowiermittel und Permanent Make-up

Nickel gehört nicht in Tätowiermittel und Permanent Make-up

ID: 886072

Nickel gehört nicht in Tätowiermittel und Permanent Make-up



(pressrelations) -
BfR sieht steigendes Allergierisiko durch nickelhaltige Tätowiermittel

Nickel ist in vielen Tätowiermitteln sowie in Permanent Make-Up enthalten. Dies ist problematisch, da Nickel das Kontaktallergen mit der höchsten Sensibilisierungsrate ist. Menschen mit einer Nickelallergie können schwere, krankhafte Hautveränderungen entwickeln. "Weil sich immer mehr Menschen ein Tattoo stechen lassen, ist zu erwarten, dass die Rate von Nickelallergien in den kommenden Jahren zunehmen wird", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, Nickel in Tätowiermitteln auf das technisch geringst mögliche Maß zu beschränken. Neben Nickel können Tätowiermittel weitere problematische Stoffe enthalten. Das BfR hat deswegen Kriterien für eine Sicherheitsprüfung von Stoffen für Tätowiermittel erarbeitet. Heute und morgen diskutier en Experten auf der ersten Internationalen Konferenz zur Sicherheit von Tätowiermitteln die Frage, wie sicher Tattoos derzeit sind. Das Symposium veranstaltet das BfR in Kooperation mit der Freien Universität Berlin.

Nickel ist das Kontaktallergen mit der höchsten Sensibilisierungsrate. Verbraucher, die gegen Nickel allergisch sind, können das Allergen im Alltag kaum vermeiden, da der Stoff in Lebensmitteln, Schmuck, Piercings, Lederwaren, Farben oder Haushaltsprodukten sowie Zahnersatz oder Körperimplantaten enthalten ist. Eine Nickelallergie kann somit eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität und auch der medizinischen Therapiemöglichkeiten bedeuten.

Bei einer Allergie gegen Nickel handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion mit teilweise schweren Hautveränderungen. Als Reaktion auf Nickel in Tätowiermitteln wird von allergischen Hautveränderungen wie Flechten- oder Granulombildung berichtet. Systematisch erhobene Daten zu Nickelallergien, die nach dem Stechen eines Tattoos oder Permanent Make-Up auftraten, sind dem BfR jedoch nicht bekannt. Es gibt keine Meldepflicht für Nickelallergien, weswegen eine Datenerhebung schwierig ist. In Deutschland sind rund 9 % der Bevölkerung tätowiert, die Tendenz ist steigend. Deswegen ist zu erwarten, dass Nickelallergien in den kommenden Jahren zunehmen werden.



Nickel ist in vielen Tätowiermitteln sowie in Permanent Make-Up nachweisbar. Dabei muss es nicht einmal Bestandteil der Farbpigmente oder der Trägermittel sein, sondern kann auch als Verunreinigung während des Herstellungsprozesses in das Tätowiermittel eingetragen werden. In diesen Fällen ist es als Inhaltsstoff nicht erkennbar. Anders als für kosmetische Mittel, in denen Nickel bis auf Spuren nicht enthalten sein darf, ist der Stoff für Tätowiermittel nur teilweise reguliert, soweit er in Verbindungen enthalten ist, die in Anlage 1 der KosmetikV gelistet und damit in Tätowiermitteln verboten sind. Aus Sicht des BfR sollte jedoch gerade in Tattoos und Permanent Make-Up kein Nickel enthalten sein, da die Hautbarriere als Schutz wegfällt, wenn die Mittel direkt in die Haut eingestochen werden. Das BfR empfiehlt, Nickel in Tätowiermittel auf das technisch geringst mögliche Maß zu beschränken.

Tätowiermittel und Permanent Make-Up sind in Deutschland seit 2009 durch die Tätowiermittelverordnung geregelt. Die Verordnung benennt in einer Negativliste Stoffe, welche nicht verwendet werden dürfen, wie beispielsweise krebserzeugende Azofarbstoffe und das allergene p-Phenylendiamin. Um langfristig gesundheitlich unbedenkliche Tätowiermittel sicherzustellen, sollten nur bewertete und gesundheitlich unbedenkliche Stoffe in Tätowiermitteln verwendet werden. Bislang weiß man bei vielen Stoffen, die in Tätowiermitteln enthalten sein können, nicht, wie sie im Körper wirken. Herstellern und Inverkehrbringern von Tätowiermitteln liegen dazu oftmals keine Daten vor.

Aus Sicht des BfR sollten vorrangig die Farbmittel auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin bewertet werden. Dabei ist im Besonderen ihre Reinheit bzw. Verunreinigung mit Schwermetallen und die Bildung von möglichen Spaltprodukten wie krebserzeugenden aromatischen Aminen, die durch den Stoffwechselprozess sowie durch UV- (auch in der Sonne) und Laserstrahlung entstehen könnten, zu prüfen. Weiterhin sollten toxikologische Daten dazu vorliegen, ob das Farbmittel erbgutverändernde, krebserzeugende oder fruchtbarkeitsschädigende Wirkungen hat, ob es die Haut und Schleimhäute reizt oder Allergien auslösen kann.

Wie sicher sind also derzeit Tattoos? Dieser Frage widmen sich Experten auf der ersten Internationalen Konferenz zur Sicherheit von Tätowiermitteln. Dabei werden der aktuelle Kenntnisstand und offene Fragen zu den Teilbereichen Analytik und Exposition, Toxikologie, Mikrobiologie und Hygiene, Technologie sowie Risikobewertung und Regulation diskutiert. Stakeholder wie Vertreter der Pigmenthersteller und Vertreter von Tattoostudios erhalten die Gelegenheit, ihre Position darzustellen. Das Symposium wird vom BfR in Kooperation mit der Freien Universität Berlin am 6. und 7. Juni 2013 veranstaltet und findet in englischer Sprache statt. Die Vorträge werden zeitnah nach der Tagung auf der Internetseite des BfR unter www.bfr.bund.de veröffentlicht.

Veranstaltungsort: Henry-Ford-Bau (Freie Universität Berlin), Garystr. 35, D-14195 Berlin


Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


Bundesinstitut für Risikobewertung
Max-Dohrn-Str. 8-10
D-10589 Berlin
Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Suzan Fiack
Tel.: 030 1 8412-4300
Fax.: 030 1 8412-4970
E-Mail: pressestelle@bfr.bund.de
URL: http://www.bfr.bund.de
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

Bundesinstitut für Risikobewertung
Max-Dohrn-Str. 8-10
D-10589 Berlin

Presserechtlich verantwortlich:
Dr. Suzan Fiack
Tel.: 030 1 8412-4300
Fax.: 030 1 8412-4970
E-Mail: pressestelle(at)bfr.bund.de
URL: http://www.bfr.bund.de



drucken  als PDF  Leben am Rand der Gesellschaft verschärft HIV-Epidemie in Europa und Zentralasien: Fazit eines neuen Berichts Medienpreis
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 07.06.2013 - 10:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 886072
Anzahl Zeichen: 6437

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 254 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Nickel gehört nicht in Tätowiermittel und Permanent Make-up"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Gesundheitliche Bewertung von industriell genutzten Nanomaterialien soll einfacher werden ...
BfR startet Forschungsprojekt zur Gruppierung von Nanomaterialien in Gefährdungskategorien Am 14. und 15. Januar 2016 haben sich am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Behörden und Industrie zur gemeinsamen Auftaktveranstaltung f

Wild und Wein - aber sicher ...
BfR gibt Verbrauchertipps auf der Internationalen Grünen Woche 2016 Was ist eigentlich Wein, welche Kategorien und Qualitätsklassen gibt es und welche Verfälschungen? Worauf sollte beim Verzehr von Rohwurst aus Wildfleisch geachtet werden? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Besu

Übertragbare Colistin-Resistenz in Keimen von Nutztieren in Deutschland ...
BfR weist auf die Übertragbarkeit eines Resistenzgens in der Human- und Veterinärmedizin hin Erste Untersuchungsergebnisse aus dem Resistenzmonitoring am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zeigen, dass das erstmalig in China nachgewiesene übertragbare Gen mcr-1, das eine Resistenz geg


Weitere Mitteilungen von Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)


Leben am Rand der Gesellschaft verschärft HIV-Epidemie in Europa und Zentralasien: Fazit eines neuen Berichts ...
Kopenhagen und London, 7. Juni 2013 Die HIV-Epidemie in Europa und Zentralasien wird nicht nur durch individuelle Verhaltensweisen, sondern auch durch soziale und strukturelle Einflussfaktoren wie Armut, Marginalisierung und Stigmatisierung geprägt. So lautet das zentrale Fazit eines neuen Ber

Wenn die Gelenke knirschen ...
(ddp direct) Langenfeld, Juni 2013. Es knirscht und knackt im Gebälk, sagt man, wenn etwas nicht stimmt. Knirschen ? schon allein das Wort lässt nichts Gutes erahnen und das Geräusch noch viel weniger. Sofort ist man alarmiert. Umso mehr, wenn die eigenen Knie betroffen sind. Knirschen im Knie ?

Basisch über die Alpen ...
(ddp direct) Münster, 7. Juni 2013. Die Alpen mit dem Rad zu überqueren, erfordert nicht nur ein gewisses Maß an Mut, Ehrgeiz und Abenteuerlust, sondern auch den richtigen Partner an der Seite. Die Marke P. Jentschura ist zum fünften Mal in Folge offizieller Partner der Schwalbe-TOUR-Transalp po

Krankenkasse übernimmt nun auch rezeptfreie Medikamente ...
(mpt-12/473) Gesetzlich Versicherte sind es gewohnt: Verordnet ein Arzt eine verschreibungspflichtige Arznei, werden die Kosten meist von der Krankenkasse übernommen - abzüglich der Zuzahlung von fünf bis zehn Euro. Bei einzelnen Krankenkassen konnten die Versicherten durch den Umstieg auf ein wi


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z