Neue OZ: Kommentar zu Rente
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Altersarmut ist, noch, ein überschaubares Problem in Deutschland.
Es gibt keinen Grund zur Panik, auch wenn jede zweite gesetzliche
Rente mittlerweile unter dem Niveau der Grundsicherung liegt.
Schließlich haben die meisten Rentner noch weitere Einkünfte, etwa
aus Lebensversicherungen oder betrieblichen Kassen. Anlass zum
Gegensteuern gibt es gleichwohl.
Zu Recht warnen Rentenexperten seit Langem, dass aufgrund von
gebrochenen Erwerbsbiografien, Arbeitslosigkeit und Beschäftigung zu
Niedriglöhnen immer mehr Bürger auf eine Minirente zusteuern. Hinzu
kommen die Sozialreformen, nach denen das Rentenniveau bis 2030 von
derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns
sinken kann, trübe Aussichten.
Die gesetzliche Rentenversicherung als wichtigste Säule der
Altersvorsorge wird sich mithin für Hunderttausende als wenig
tragfähig erweisen. Spät haben das auch die Parteien erkannt, die
jetzt ein Feuerwerk mehr oder weniger geeigneter Vorschläge zünden.
Die Union wirbt mit einer Lebensleistungsrente, die SPD mit einer
Solidar-, die Grünen mit einer Garantierente. Klingt alles gut, ist
es aber nicht. Denn sämtlichen Vorschlägen gemeinsam ist, dass es
bisher keine Mehrheiten dafür gibt. So kann es nicht weitergehen.
Denn geschieht nichts, ist tatsächlich massenhafte Altersarmut zu
erwarten. Es wäre ein Armutszeugnis für eines der reichsten Länder
der Welt.
Uwe Westdörp
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Datum: 11.06.2013 - 22:00 Uhr
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