Neue OZ: Kommentar zu Airbus
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Dem früheren Militärpiloten Thomas Enders dürfte ein Stein vom
Herzen gefallen sein, als er den Airbus A 350 nach pannenfreiem
Erstflug sicher landen sah. Wäre etwas schiefgegangen, hätte sich der
Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS auf der kommenden Luftfahrtmesse
in Paris bohrender Fragen seiner Kunden erwehren müssen. Immerhin 613
Exemplare des spritsparenden Leichtbauvogels haben Fluggesellschaften
bereits bestellt. Damit gewähren sie dem europäischen
Flugzeughersteller einen beeindruckenden Vertrauensvorschuss. Den
muss Airbus ihnen nun vergelten, mit einem pünktlich abgelieferten
Spitzenprodukt ohne Kinderkrankheiten.
Doch das ist alles andere als sicher, wie der Airbus-Rivale Boeing
mit seinem vergleichbaren Modell 787 demonstriert hat. Der
amerikanische Dreamliner wurde zum Albtraum, als wegen
brandgefährlicher Batteriedefekte monatelang keines der schon in
Betrieb genommenen Flugzeuge abheben durfte. Der A 350 muss ein
Volltreffer werden. Denn im Segment der mittelgroßen
Langstreckenflugzeuge fehlt EADS ein Erfolgsmodell, und auch der
Riesen-Airbus A 380 verkauft sich bisher eher schleppend. Die guten
Quartalszahlen, die der Konzern jüngst vorlegte, verdankt er den
beliebten kleineren Maschinen seiner A-320-Familie. Auf deren Markt
aber wird es künftig enger. Die Konkurrenz aus Brasilien, China und
Russland hat es auf das Segment abgesehen.
Christian Schaudwet
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Datum: 14.06.2013 - 22:00 Uhr
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