Mehr Schutz für Mehrweg
ID: 892765
Pressereise der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Stiftung
Initiative Mehrweg (SIM) informiert über Vorteile des deutschen
Mehrwegsystems - DUH und SIM fordern die Bundesregierung zum
Mehrwegschutz auf
Mehrwegflaschen schonen Ressourcen, schützen das Klima und sichern
regionale Arbeitsplätze. Von den Vorteilen des weltweit einzigartigen
deutschen Mehrwegsystems konnten sich Journalisten auf einer
zweitägigen Reise auf Einladung der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH)
und der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) überzeugen.
Mehrweg weist gegenüber Einweg deutliche ökologische, ökonomische
und soziale Vorteile auf. Die einwegorientierte Verpackungsindustrie
reagiert darauf mit einem beispiellosen Angriff auf das deutsche
Mehrwegsystem. Verpackungshersteller überfluten den Markt mit
vermeintlich grünen Einwegkonzepten, Discounter betreiben
Preisdumping mit Wegwerfflaschen aus Plastik und Einweg-Abfüller
verwischen gezielt Erkennungsmerkmale zwischen Mehrweg und Einweg.
"Erst vor wenigen Wochen gewann die DUH gegen einen deutschen
Dosenhersteller vor dem Landgericht Düsseldorf, der wahrheitswidrig
die Getränkedose als "grün" und damit als umweltfreundlich beworben
hatte", erklärt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Andere
Unternehmen täuschen Verbraucher mit Einwegflaschen, die
wahrheitswidrig als Mehrweg gekennzeichnet sind, ohne dass der Staat
eingreift. Dass die von den Umweltministern Gabriel, Röttgen und
Altmaier versprochene Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg auf dem
Produkt bis heute nicht umgesetzt wurde, hält Resch für einen
Skandal. "Wenn die Bundesregierung ihre Zielquote von mindestens 80
Prozent ökologisch vorteilhafter Getränkeverpackungen ernsthaft
erreichen will, dann muss sie eine verpflichtende Kennzeichnung von
Mehrweg und Einweg umgehend umsetzen."
Im Gegensatz zu Discountern und großen Abfüllern stehen bei vielen
regionalen Getränkeherstellern Umweltschutz und Qualität im
Vordergrund. Das während der Pressereise besuchte mittelständische
Familienunternehmen Graf Metternich-Quellen Karl Schöttker füllt
seine Getränke deshalb ausschließlich in Glas-Mehrwegflaschen ab.
Mehrweg bildet die Existenzgrundlage vieler kleiner und
mittelständischer Unternehmen deren Interesse es ist, den
Verbrauchern gute Produkte zu liefern, ohne dabei die Umwelt unnötig
zu belasten. "Mehrwegorientierte Abfüller tragen maßgeblich zur
Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe bei und sichern
Arbeitsplätze vor Ort. Die rasche Umsetzung von
Mehrwegschutzmaßnahmen wäre ein klares Bekenntnis der Bundesregierung
zu 168.000 regionalen Arbeitsplätzen der Mehrwegbranche", sagt
Clemens Stroetmann, Staatssekretär a.D. und SIM-Geschäftsführer.
Allein 54.000 Arbeitsplätze stehen im Getränkefachgroßhandel auf dem
Spiel. Unternehmen wie der besichtigte Getränkefachgroßhändler
Getränke Essmann GmbH in Lingen sorgen für einen reibungslosen
Transport des Leergutes vom Verkaufsladen zum Abfüller und zurück.
Ohne Mehrweg fallen auch diese Arbeitsplätze weg.
Stroetmann fordert deshalb die Einführung einer Lenkungsabgabe auf
unökologische Einweggetränkeverpackungen zusätzlich zum Pfand.
Dadurch würden sich die schädlichen Umweltauswirkungen der
Einwegverpackungen auch im Preis niederschlagen. Aus den Einnahmen
der Lenkungsabgabe sollten Maßnahmen zur Förderung klimafreundlicher
Mehrwegsysteme finanziert werden.
"Abfälle zu vermeiden und Ressourcen zu schonen, hat nach dem
Kreislaufwirtschaftsgesetz oberste Priorität", sagt Thomas Fischer,
DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft. "Mehrwegflaschen können
bis zu fünfzig Mal wiederbefüllt und anschließend recycelt werden,
weshalb im Vergleich zu Einwegverpackungen kaum Verpackungsabfälle
anfallen." In der besichtigten Glasaufbereitungsanlage der O-I
Glasspack GmbH in Holzminden konnte jeder praxisnah nachvollziehen,
dass nicht mehr verwendbare Glas-Mehrwegflaschen sich selbst als
Rohstoff dienen - ein echter Materialkreislauf. Laut Fischer müsse
die Bundesregierung bei der aktuellen Erstellung eines
Abfallvermeidungsprogramms auf Mehrweg setzen und konsequent fördern.
"Mehrweg bedeutet mehr als nur Umweltschutz. Die deutsche
Bierkultur ist von einer ganz besonderen Getränkevielfalt geprägt und
basiert überwiegend auf regionalen Mehrwegkreisläufen", erläutert
Resch. Auch die besichtigte Privatbrauerei Hohenfelde in Langenberg
füllt als moderne Brauerei ihr Bier in umweltfreundliche
Glas-Mehrwegflaschen ab. "Im Gegensatz zum Mehrwegsystem mit vielen
kleinen Brauereien begünstigen Einwegstrukturen einzelne
Großunternehmen mit nur wenigen Massenprodukten", so Resch weiter.
Der Griff zur Mehrwegflasche sei deshalb auch eine Entscheidung für
Produktvielfalt und Getränkekultur.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V.
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de
Clemens Stroetmann, Staatssekretär a.D., Geschäftsführer Stiftung
Initiative Mehrweg, Tel. 033205 24037,
E-Mail: info@stiftung-mehrweg.de
Thomas Fischer, Bereichsleiter Kreislaufwirtschaft, Deutsche
Umwelthilfe e.V., Tel. 030 2400 78643, Mobil: 0151 18256692,
E-Mail: fischer@duh.de
Daniel Eckold-Hufeisen, Pressesprecher, Tel. 030 2400867-22,
Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold-hufeisen@duh.de
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Datum: 18.06.2013 - 10:30 Uhr
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