Internationale Streitigkeiten: Baubranche setzt verstärkt auf Schlichtungsverfahren

Internationale Streitigkeiten: Baubranche setzt verstärkt auf Schlichtungsverfahren

ID: 896397
(ots) - PwC-Studie: 84 Prozent der
Bauunternehmen halten Schiedsverfahren für geeignetes Mittel zur
Konfliktlösung / Neutralität und Expertise des Schlichters sprechen
dafür / Kosten und Rechtsunsicherheit dagegen

Kommt es zu Konflikten und Streitigkeiten mit Subunternehmern oder
Kunden, setzen internationale Unternehmen aus der Bauindustrie
überdurchschnittlich häufig auf Schiedsverfahren. 84 Prozent der
befragten Bauunternehmen halten das Schlichtungsverfahren für ein
geeignetes Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten mit
Geschäftspartnern oder Kunden. Zu diesem Ergebnis kommt die
PwC-Studie "Corporate choices in International Arbitration", die PwC
in Kooperation mit der University of London erstellt hat. Für die
Studie wurden 101 Anwälte großer Firmen befragt, davon 20 aus der
Baubranche.

Konfliktlösung in der Baubranche erfordert technisches Know-how

"Bei Konflikten in der Baubranche geht es häufig um sehr komplexe
Sachverhalte, die ein hohes Maß an technischem Know-how erfordern.
Das macht ein Schiedsverfahren für die Beteiligten zu einem
attraktiven Weg, um die Streitigkeiten zu lösen. Denn anders als bei
einem Gerichtsverfahren können die Parteien bei der Schlichtung die
Personen auswählen, die letztlich über ihre Ansprüche entscheiden",
erläutert Dr. Martin Nicklis, PwC-Experte für die Baubranche.

Schlichtung belastet Geschäftsbeziehungen weniger stark

Die wichtigsten Gründe, wieso sich Unternehmen aus der
Bauindustrie für ein Arbitrationsverfahren entscheiden, sind
Neutralität und das Vertrauen in die Expertise des Schlichters. "Ein
weiterer Beweggrund für die Schlichtung: Die Unternehmen hoffen, die
Geschäftsbeziehungen weniger zu gefährden als vor einem ordentlichen
Gericht", so Martin Nicklis.

Allerdings kann ein Schiedsverfahren auch Nachteile mit sich


bringen: 22 Prozent der Studienteilnehmer befürchten, dass die Kosten
bei einem Schiedsverfahren höher sind als bei anderen Wegen der
Konfliktbeilegung. 17 Prozent halten das Schlichtungsverfahren für
weniger geeignet, weil es in der Regel länger dauert, bis eine
Einigung erzielt wird. 13 Prozent befürchten, dass das
Schlichtungsverfahren keine eindeutigen Ergebnisse hervorbringt.

In der Praxis zeigt sich, dass die Finanzierung des Verfahrens nur
eine untergeordnete Rolle spielt: Die Frage, ob sie ein
Schiedsverfahren aus Kostengründen bereits abgebrochen hätten,
verneinten 89 Prozent der Studienteilnehmer. Ob sich die Unternehmen
für ein solches Verfahren entscheiden, hängt vielmehr von der eigenen
Verhandlungsposition, der Beweislage und dem entstandenen Schaden ab.

Externe Berater müssen Branchen-Expertise mitbringen

Unternehmen bauen verstärkt interne Expertise für
Schlichtungsverfahren auf. Fast die Hälfte (44 Prozent) der befragten
Bauunternehmen verfügt über ein auf Schlichtungsverfahren
spezialisiertes Team. Häufig geht es allerdings nicht ohne externe
Unterstützung: "Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen
beauftragen einen externen Experten, um sich optimal auf das
Verfahren vorzubereiten", berichtet Dr. Michael Hammes, PwC-Experte
für Konfliktmanagement.

Bei der Auswahl der Berater für ein Schiedsverfahren ist den
befragten Bauunternehmen das technische Branchen-Know-how des
Experten wichtiger als relevante Erfahrung in Schiedsverfahren (56
versus 44 Prozent).

"Unternehmen erkennen verstärkt die Vorteile eines
Schlichtungsverfahrens gegenüber einem Gerichtsprozess. Sie sammeln
immer mehr Erfahrung und werden zunehmend versierter im Umgang mit
dieser Thematik. Das Schiedsverfahren hat sich besonders für global
agierende Bauunternehmen als attraktive Alternative zum
Gerichtsprozess etabliert", so das Fazit von Martin Nicklis.

Über PwC

PwC bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung. Dort
schaffen wir für unsere Mandanten den Mehrwert, den sie erwarten.
Mehr als 180.000 Mitarbeiter in 158 Ländern entwickeln in unserem
internationalen Netzwerk mit ihren Ideen, ihrer Erfahrung und ihrer
Expertise neue Perspektiven und praxisnahe Lösungen. In Deutschland
erzielt PwC an 28 Standorten mit 9.300 Mitarbeitern eine
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Thomas Meinhardt
PwC-Presseabteilung
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Datum: 24.06.2013 - 09:34 Uhr
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