Gutes Spendenergebnis / Entschädigung für Überlebende der Fabrikkatastrophen in Bangladesch gefor

Gutes Spendenergebnis / Entschädigung für Überlebende der Fabrikkatastrophen in Bangladesch gefordert

ID: 899188
(ots) - Die Frankfurter Hilfs- und
Menschenrechtsorganisation medico international präsentierte auf der
heutigen Jahrespressekonferenz ihren neuen Jahresbericht und die
Bilanz für 2012. Die Spendensumme stieg im vergangenen Jahr leicht an
und belief sich auf mehr als 3,2 Mio. Euro. Erfreulich ist die
Entwicklung der Fördermitgliedschaften, die im Berichtszeitraum um
knapp 10 Prozent gestiegen sind. Die Zuschüsse von öffentlicher Seite
betrugen im Berichtsjahr fast 5,8 Mio. Euro. Auch in 2012 erhielt
medico das Spendensiegel des "Deutschen Zentralinstituts für Soziale
Fragen" (DZI). Die Aufwendungen für Werbung und Verwaltung lagen bei
7,50 % der Gesamtausgaben. Laut DZI-Kriterien gelten
Verwaltungskosten unter 10 % als niedrig.

medico international konnte im vergangenen Jahr mehr als 100
Projekte in 30 Ländern fördern. "Mit unseren Projekten wollen wir
nicht zur Stabilisierung des Bestehenden beitragen. Bewusst verstehen
wir Projekte als Teil einer notwendigen Suche nach Alternativen. Ziel
ist eine andere, eine solidarische Welt", sagte
medico-Geschäftsführer Thomas Gebauer. Die Katastrophen in der
südasiatischen Textilindustrie lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit
insbesondere auf die Arbeit in Pakistan und Bangladesch. medico
international unterstützte dort die medizinische Nothilfe seiner
örtlichen Partner und streitet gemeinsam mit ihnen in internationalen
Kampagnen um Entschädigungen, Arbeitsschutzabkommen und das Recht auf
freie gewerkschaftliche Betätigung.

Der soeben aus Bangladesh zurückgekehrte Südasien-Referent Thomas
Seibert berichtete von der dramatischen Lage der Überlebenden des
Fabrikeinsturzes in Savar und des Brandes bei Tazreen Fashion in
Dhaka.

Die internationalen Textilunternehmen - darunter auch die in
Deutschland vertretenen Firmen KiK, Mango, Primark, Benetton, C&A,


Adler - sind bisher ihrer Verantwortung zu einer Entschädigung höchst
unzulänglich nachgekommen. Bis zu 3000 meist schwer versehrte und
traumatisierte Menschen und ihre Angehörigen leiden noch immer unter
den Folgen der Katastrophe. Die meisten werden dauerhaft schwer
behindert bleiben. Die bislang bezahlten Entschädigungen reichten nur
um die ersten Arztrechnungen zu bezahlen.

"Die Überlebenden verfügen über kein Einkommen mehr und können
sich überlebensnotwendige medizinische Folgebehandlungen nicht
leisten. Damit sie nicht völliger Verelendung preisgegeben werden,
fordern unsere bangladeschischen Partner die Zahlung von Soforthilfe
und die ernsthafte Aufnahme von Verhandlungen zur Entschädigung",
erläuterte Seibert. Nach einer Richtlinie der Internationalen
Arbeitsorganisation (ILO) wären insgesamt ca. 58 Mio. US-$ an
Entschädigungen zu zahlen.



Für Rückfragen und Interviewwünsche:

- Bernd Eichner: eichner@medico.de oder Tel: 069/94438-45
- Thomas Seibert: seibert@medico.de oder Tel: 069/94438-36

Den Jahresbericht 2012 mit Projektbeispielen und ausführlichem
Zahlenwerk finden Sie als PDF auf: http://www.medico.de/jb2012

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Datum: 27.06.2013 - 12:30 Uhr
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