Rechtsanwälte und Social Media: Neue Studie ortet deutlichen Aufholbedarf bei österreichischen Rechtsanwaltskanzleien
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Bestehende Mitarbeiter halten, neue Talente gewinnen: Die Auseinandersetzung mit Personalmarketing steht bei vielen Unternehmen bereits an erster Stelle der Tagesordnung. Bedingt durch die demographische Situation stehen am Arbeitsmarkt immer weniger Erwerbstätige zur Verfügung. Im „War for Talents“ können nur jene Unternehmen bestehen, die von Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden. Das Vermitteln von Alleinstellungsmerkmalen, der Employer Brand, gilt dabei als Pflicht. In Zeiten von Social Media ist die Nutzung von digitalen Medien eine weitere Anforderung an die Unternehmen.
Wie es um die Auseinandersetzung mit Digital Employer Branding in österreichischen Rechtsanwaltskanzleien bestellt ist, zeigt eine vom Unternehmensberater Mathias Kimpl an der FH Wien publizierte Studie auf: „Der Kampf um junge Talente hat auch die Rechtsbranche bereits erfasst. Gute Rechtsanwaltsanwärter müssen von den Kanzleien kräftig umworben werden. Der Einsatz von Social Media ist dabei ein wichtiges Puzzlestück. Während internationale Kanzleien bereits selbstverständlich die Klaviatur der sozialen Netzwerke bedienen, kommt in österreichischen Anwaltskanzleien Digital Employer Branding nur mäßig zum Einsatz.“
Bewerber in sozialen Netzwerken angekommen – Österreichs Anwaltskanzleien nicht
In der Erhebung „Employer Branding- und Recruiting mittels Social Media am Beispiel von nationalen und internationalen Anwaltskanzleien“ wurden 13 internationale sowie 22 nationale Sozietäten durchleuchtet. Interessant ist das Nutzerverhalten von Bewerbern und den Rechtsanwaltskanzleien als Arbeitgeber: 54% der untersuchten internationalen Kanzleien sowie 45% der untersuchten nationalen Kanzleien wurden von ihren Mitarbeitern auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu bereits bewertet.
Durchschnittlich liegen 6 Erfahrungsberichte auf, diese wurden von weiteren Jobinteressierten 2.800 Mal aufgerufen. Zum damaligen Erhebungszeitraum war noch keine Kanzlei auf kununu aktiv. Seit kurzem betreiben zwei Wiener Sozietäten ein kostenpflichtiges Arbeitgeberportrait und stellen weitere Einblicke zur Verfügung. Eine davon ist die renommierte Kanzlei Öhlböck.
Dr. Johannes Öhlböck zu seiner Zielsetzung: „Wir sind ein junges und ambitioniertes Team und leben Offenheit untereinander. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die innovativen Möglichkeiten von kununu zu nutzen, um unseren Mandanten im Außenauftritt zu zeigen, wie es bei uns intern abläuft, wenn Mandate abgearbeitet werden. Dieser transparente Umgang steht für unseren Fokus als Rechtsanwaltskanzlei, nämlich Nutzen und Mehrwert für den Klienten zu schaffen.“ Die Transparenz kommt nicht nur bei Bewerbern, sondern auch bei Klienten und Geschäftspartnern ausgesprochen gut an.
Mag. Martin Poreda, Co-Gründer und Geschäftsführer von kununu meint dazu: „Die Studie belegt eindrucksvoll, dass die Bewerber Plattformen wie kununu bereits selbstverständlich nutzen. Es ist an der Zeit, dass die Unternehmen sich endlich auf jenen Kanälen bewegen, die von ihren potentiellen Mitarbeitern längst frequentiert werden.“ Rechtsanwaltskanzleien stehen zudem vor der Herausforderung, ihre Arbeitgeber-Identität noch besser zu verifizieren. „Die in der Studie genannten Firmenwerte des Employer Brands – Kompetenz und Erfolg der Kanzlei, Internationalität des Arbeitsumfeldes sowie Wertschätzung – sind weitgehend ident. Nur wenn ein Unternehmen klar seine Alleinstellungsmerkmale kommuniziert, kann es auch in Zukunft die besten Talente für sich gewinnen“, bekräftigt Martin Poreda. Erfolgreiches Digital Employer Branding funktioniert für alle Branchen, wie die kununu-Präsenz von Top-Unternehmen wie Allianz, Deloitte oder ÖBB bestätigt.
XING, Facebook & Co: Internationale Anwälte aktiv, nationale Branchenkollegen passiv
Neben dem unterschiedlichen Nutzerverhalten zwischen Bewerber und Unternehmen, hat die Studie einen markanten Vorsprung der untersuchten internationalen Anwaltskanzleien erhoben: Während 54% der internationalen Sozietäten ein kostenpflichtiges Unternehmensprofil auf dem Business-Netzwerk XING betreiben, sind erst 14% der österreichischen Kanzleien auf XING aktiv. 70% der internationalen Kanzleien veröffentlichen regelmäßig Videos auf YouTube, auf Bewegtbild setzen in Österreich 9%. Einen Twitter-Account pflegen 92% der internationalen Kanzleien, in Österreich nutzen 9% den Microblogging-Dienst. Obwohl die Rechtsbranche als eher konservativ gilt, erhält Facebook von Österreichs Sozietäten den meisten Zuspruch: 69% der internationalen Kanzleien betreiben eine Karriereseite auf Facebook, von den österreichischen Kollegen sind es 23%.
Martin Poreda steht der Vorliebe für Facebook kritisch gegenüber: “Facebook klingt für viele Unternehmen verlockend hinsichtlich der hohen Mitgliederzahl. Tatsächlich ist nur ein Bruchteil der Mitglieder an Karriereinformationen interessiert. Und die scheinbar kostenlose Pflege wird durch hohen Ressourcenaufwand letzten Endes ziemlich teuer. Für effizientes Employer Branding reicht ein gemeinsamer Arbeitgeberauftritt auf kununu und XING vollkommen.“
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Datum: 02.07.2013 - 11:48 Uhr
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Freigabedatum: 02.07.2013
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