Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Walfleisch-Transport
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Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Walfleisch-Transport
Hamburg, 5. Juli 2013 - Gegen den Transport von sechs Containern Finnwalfleisch protestieren Greenpeace-Aktivisten heute Mittag vor dem 336 Meter langen Frachtschiff "Cosco Pride". Die zehn Aktivisten in Schlauchbooten empfingen das Schiff der Reederei Cosco an der Hamburger Hafengrenze mit der Bannerbotschaft "Stoppt den Handel mit Walfleisch!".
Das Walfleisch, etwa die Menge von 10 Finnwalen, soll über den Hamburger Hafen nach Japan geliefert werden. "Islands Walfänger schlachten trotz des internationalen Walfangverbots in dieser Saison wieder 184 bedrohte Finnwale ab", sagt Jörg Feddern, Meeresexperte von Greenpeace.
Die unabhängige Umweltschutzorganisation hat die zuständigen Behörden informiert. "Die Bundesregierung muss ihrer Verantwortung zum Schutz der Wale gerecht werden und sicherstellen, dass deutsche Häfen unter keinen Umständen als Umschlagplatz oder Transfer von Walfleisch genutzt werden", sagt Feddern.
Der Handel mit Walfleisch ist laut dem "Washingtoner Artenschutzabkommen" (CITES) untersagt. Dazu haben sich 180 Staaten, darunter auch Deutschland, verpflichtet. Lediglich Island, Norwegen und Japan widersetzen sich. "Es ist absurd, dass die internationale Gemeinschaft es nicht schafft, die Beschlüsse zum Schutz des Finnwals konsequent umzusetzen", so Feddern.
"Umweltminister Altmaier steht hierzulande für den Artenschutz in der Pflicht und sollte heute mit einer Sofortmaßnahme sicherstellen, dass kein Walfleisch Hamburg oder einen anderen deutschen Hafen passieren darf", sagt Feddern. "Langfristig muss die Bundesrepublik ein starkes Signal gegen den isländischen Walfang setzen und sich dazu verpflichten, Walfleischtransporte über deutsche Häfen zu untersagen."
Die isländischen Walfänger können das Fleisch nur exportieren, da es im Land selbst keine Nachfrage gibt. Einziger Abnehmer ist Japan, das unter dem Deckmantel der Wissenschaft ebenfalls Wale jagt, obwohl die Absatzzahlen für Walfleisch (http://bit.ly/16ajyl5) sinken. Dort lagert noch immer unverkäufliches Fleisch aus der letzten Fangsaison. Laut Medienberichten wurde ein Teil zu Hundefutter verarbeitet.
Weltweit Widerstand gegen isländischen Walfang
Die Bundesrepublik sollte sich ein Beispiel an den Niederlanden nehmen. Das Nachbarland ist seiner Verantwortung für den Walschutz bereits in einem ersten Schritt gerecht geworden. Nach Protesten von Meeresschützern und auf Forderung des Wirtschaftsministeriums hin hat die Rotterdamer Hafenbehörde die Reedereien aufgefordert, den Transport von Walfleisch durch ihre Häfen einzustellen (Stellungnahme: bit.ly/120779b). Dennoch ist auch dort ein stärkeres Engagement der Regierung erforderlich. Auch internationale Transportunternehmen wie Maersk und Hapag Lloyd boykottieren den Transport.
Finnwale sind nach dem Blauwal die zweitgrößten Meeressäugetiere auf der Erde. Sie werden in freier Natur bis zu 27 Meter lang und wiegen zwischen 40 und 70 Tonnen. Islands einziges Walfangunternehmen Hvalurhv besteht aus traditionellen Gründen auf die Waljagd. Widerstand kommt aus den eigenen Reihen im Unternehmen und auch aus der Wirtschaft: Der isländische Tourismusverband setzt auf das friedliche WhaleWatching und hat den isländischen Fischereiminister aufgefordert, Hvalurhv die Fangerlaubnis wieder zu entziehen. Seit dem 17. Juni 2013 sind die isländischen Walfänger wieder auf der Jagd. Sie sind mit den ersten erlegten Finnwalen bereits zurückgekehrt. (Footage-Vorschau: youtu.be/3lpnmIHwhPU)
Bildunterschrift: Der Isländische Walfänger Hvalur 8 kehrt mit dem 2013 ersten gefangenen Wal in den Hafen von Hvalfjordur zurück. © Greenpeace
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Datum: 05.07.2013 - 14:01 Uhr
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