"Man wird mit dem Rolls-Royce abgeholt und mit einer Taxe nach Hause geschickt": Götz George legt in HÖRZU mit harter Kritik an der ARD nach
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zeigt Das Erste um 21.45 Uhr das Dokudrama "George". Darin spielt der
Charakterdarsteller seinen berühmten Vater Heinrich George
(1893-1946) und beleuchtet dessen Rolle zur Zeit des Naziregimes.
Bevor es zu einer Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor und
Regisseur Joachim Lang kam, lehnte George 15 Drehbuchfassungen
anderer Autoren ab: "Wenn man die Geschichte eines
Jahrhundertschauspielers erzählen will, muss man mit einem
fulminanten Angebot kommen. Als Schauspieler und Sohn muss ich das
Gefühl haben, dass Heinrich George Recht widerfährt."
Obwohl Götz George nun das Gefühl hat, die Vorlage zu "150
Prozent" erfüllt zu haben, ärgert er sich stark über die ARD: "Wir
haben uns auf 120 Minuten geeinigt. Nun sind doch noch einmal sieben
wichtige Minuten weggefallen - und da kämpfe ich natürlich um jede
einzelne Sekunde. Das macht mir klar, dass ich der Bürokratie immer
noch sehr unterworfen bin. Letztlich ist es immer die gleiche
Geschichte: Man wird mit dem Rolls-Royce abgeholt und mit einer Taxe
nach Hause geschickt. Auch über die späte Sendezeit bin ich
unglücklich. Außerdem hatte ich gebeten, dass der Film über das Leben
meines Vaters nicht zu meinem Geburtstag ausgestrahlt wird, sondern
am 9. Oktober, an dem mein Vater 120 Jahre alt geworden wäre."
Laut George war sein Vater zur Zeit des Naziregimes weder ein
Opportunist noch ein Nazi: "Für mich war er kein Nazi. Er war ein
Mensch, der sich nicht von seinem Beruf hat abhalten lassen. Es ist
zwar nicht zu vergleichen, aber auch heute wird Druck auf
Schauspieler ausgeübt. Ich zum Beispiel gebe nicht gern Interviews,
muss das auf Druck der Sender aber tun. Ich spreche nicht gern über
meine Arbeit, weil über das, was ich mache, nicht groß geredet werden
muss."
Für Joachim Langs Dokudrama "George" wurden erstmals russische
Verhörprotokolle ausgewertet, zudem hat Götz George Dokumente aus
seinem Privatarchiv zur Verfügung gestellt: "Das waren Tagebücher
meiner Mutter. Mein Bruder Jan hat zudem die politischen Vorwürfe
genau recherchiert. Alles musste entstaubt werden. Es wurde dabei
deutlich, dass mein Vater nicht so politisch war, wie man es ihm im
Nachkriegsdeutschland anlastete. Alle, die in diesem Land geblieben
sind, haben Kompromisse gemacht - von Heinz Rühmann bis Hans Albers.
Sie hatten allerdings die Chance, durch ihre Kunst rehabilitiert zu
werden. Die hatte mein Vater nicht, und so war es leicht, allen Dreck
auf ihm abzuladen. Das war das Traurige bei meinem Vater."
Das dreiseitige Exklusiv-Interview mit Götz George erscheint am
12. Juli in HÖRZU.
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Datum: 10.07.2013 - 11:27 Uhr
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