Neue OZ: Kommentar zu Handel / Baumärkte / Praktiker
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Früher bauten sich die Menschen in Deutschland Burgen, um sich zu
schützen. Aus ihren handwerklich geschickten Nachfahren wurde ein
Volk von Heimwerkern. Kaum irgendwo sonst gibt es so viele Baumärkte
wie hierzulande.
Weil die Deutschen aber auch Meister im Sparen sind, ist der
Preiskampf in der Branche hart wie das Holz vor der Kettensäge.
Praktiker hat ihn auf die Spitze getrieben - und geht nun womöglich
daran zugrunde. Fachleute nennen das Marktbereinigung, die Konkurrenz
gibt sich erleichtert. Würden alle 183 Praktiker-Baumärkte in
Deutschland schließen, wären das - bezogen auf die Gesamtzahl solcher
Betriebe - knapp acht Prozent weniger. Die Versorgung wäre damit
sicherlich nicht gefährdet.
Noch ist aber ungewiss, ob die Praktiker-Tochter Max Bahr aus der
Insolvenz herausgehalten werden kann. Hinzu kommen die Sorgen der
rund 20 000 Beschäftigten im Konzern. Mit dieser Zahl erreicht die
Pleite von Praktiker fast die Dimension von Schlecker, die Politiker
aufgeschreckt hat.
Anders als mancher erfolglose Krisenmanager bei Praktiker werden
sich normale Angestellte nicht vor beruflichen Existenznöten schützen
können. Vor allem in Ostdeutschland, wo es zwar reichlich Baumärkte,
aber zu wenige Arbeitsplätze gibt.
Norbert Meyer
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 11.07.2013 - 22:00 Uhr
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