Fußball-Bundesliga: Mehrwegbecher schlagen Einwegbecher aus Biokunststoff

Fußball-Bundesliga: Mehrwegbecher schlagen Einwegbecher aus Biokunststoff

ID: 914944
(ots) - Deutsche Umwelthilfe fordert umweltfreundliche
Mehrwegbecher in allen deutschen Fußballstadien - DUH nennt
Einwegbecher aus Bioplastik "Ökoschwindel"

Berlin, 24.7.2013: Um Woche für Woche den Durst hunderttausender
Fans in den Fußballstadien zu stillen, sind Mehrwegbecher nach wie
vor die umweltfreundlichste Variante. Zu diesem Ergebnis kommt eine
neue Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) bei
wissenschaftlichen Instituten, Becherherstellern und Systemanbietern.
Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation ist besorgt, dass
dennoch der Einsatz von Einwegbechern, insbesondere aus dem
biologisch abbaubaren Kunststoff Polylactid (PLA), beim Ausschank von
Getränken in deutschen Fußballstadien auf dem Vormarsch ist. Dabei
wird für die Nutzung der Bioplastikbecher nicht nur damit geworben,
dass sie biologisch abbaubar seien und teilweise aus nachwachsenden
Rohstoffen hergestellt werden. Darüber hinaus werden offensiv
gesamtökologische Vorteile der PLA-Einwegbecher behauptet, die es in
Wirklichkeit nicht gibt. In einem am heutigen Mittwoch
veröffentlichten Hintergrundpapier, in dem die Umweltauswirkungen von
konventionellen Mehrwegbechern und Einwegbechern aus PLA miteinander
verglichen werden, belegt die DUH im Detail, dass die angeblichen
gesamtökologischen Umweltvorteile von PLA-Bechern nicht zutreffen.

"Konventionelle Mehrwegbechersysteme bleiben ökologisch überlegen,
auch wenn Einwegsysteme auf Basis von biologisch abbaubaren
PLA-Bechern betrieben werden. PLA-Becher sind ähnlich umweltschädlich
wie gewöhnliche Einwegbecher auf Basis von Rohöl. Die
Verantwortlichen in den Fußballstadien sollten auf den neuen
Ökoschwindel nicht hereinfallen. Mehrwegbecher sind schon nach
fünfmaligem Einsatz umweltfreundlicher", erklärt
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Fünf Umläufe werden bei


Mehrwegbechern in der Praxis immer deutlich übertroffen, nicht
bedruckte Becher werden beispielsweise im Mittel 41 Mal wieder
befüllt, so eine Untersuchung aus dem Jahr 2008. Bei der Einführung
der PLA-Einwegbecher handele es sich deshalb um ein klares Eigentor
der Fußballbundesligisten, betont Resch.

"Der Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für
Biokunststoffbecher, belasten Gewässer und Böden. In aller Regel
werden die Becher auch nicht kompostiert, sondern einfach verbrannt.
Dadurch werden wertvolle Rohstoffe nicht angemessen genutzt", ergänzt
der DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.
Besonders ärgerlich sei die Tatsache, dass Wegwerfbecher zehn Mal
mehr Abfall verursachen als die Mehrwegvarianten und zwar unabhängig
von dem Material, aus dem die Einwegbecher hergestellt werden.

Dagegen wird mit dem Einsatz von Mehrwegbechern Abfall vermieden,
sie dienen der Ressourcenschonung und entlasten das Klima. Die
seinerzeit verpflichtende und ausschließliche Nutzung von
Mehrwegbechern in deutschen Stadien im Rahmen der
Fußballweltmeisterschaften 2006 (Männer) bzw. 2011 (Frauen), war nach
Überzeugung der DUH ein voller Erfolg. Damals sei der Beweis erbracht
worden, dass Abfallberge nicht notwendigerweise eine unappetitliche
Randerscheinung großer Sportereignisse sein müssen. Deshalb fordert
die DUH vom deutschen Ligaverband, der Interessenvertretung der
Profi-Fußballvereine, und dem Deutschen Fußballbund (DFB) ein
Mehrweggebot für den Ausschank von Getränken bei Spielen der
Fußballbundesligen und der Nationalmannschaften.

Detaillierte Informationen zum Vergleich von Einweg- und
Mehrwegbechern bei Großveranstaltungen können dem Hintergrundpapier
der DUH entnommen werden. Es steht auf der Homepage der DUH unter
l.duh.de/mwbst zum kostenlosen Download bereit.



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer@duh.de

Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik & Presse
Tel.: 030 2400867-0, Mobil: 01715660577, E-Mail: rosenkranz@duh.de

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Datum: 24.07.2013 - 11:29 Uhr
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