Neue OZ: Kommentar zu Italien/Silvio Berlusconi
ID: 920731
Das Urteil gegen Silvio Berlusconi ließ seine Gegner jubeln und
seine Anhänger fluchen. Dabei wurde die spannendste Frage noch gar
nicht beantwortet: Darf der "Cavaliere" weiter Politik machen? Von
der Antwort hängt viel ab - nicht nur für Italien.
Erst vor wenigen Monaten haben sich Berlusconis "Volk der
Freiheit" und Enrico Lettas "Demokratische Partei" zusammengerauft,
um das Land aus der Krise zu führen. Weit sind sie damit noch nicht
gekommen. Die Arbeitslosenquote verharrt bei rund zwölf Prozent, die
Schuldenquote von 127 Prozent der Wirtschaftsleistung kennt nur eine
Richtung - aufwärts.
Brummt das Berufungsgericht Berlusconi ein Politikverbot auf,
könnte das die Große Koalition zum Platzen bringen. Obwohl Italien
für instabile Regierungen bekannt ist, kann sich das Land eine
Hängepartie dieses Mal noch weniger leisten. Die Investoren würden
die Zinsen für Staatsanleihen wie Daumenschrauben anziehen - letzter
Ausweg Rettungsschirm. Nach Spanien wäre Italien das zweite
wirtschaftliche Schwergewicht, das die Fonds der Euro-Länder anzapfen
müsste und diese so an ihre Grenzen führen könnte. Das wäre die späte
Rache des Silvio B. an Europa.
Ein Schreckensszenario, das nicht wahr werden muss, aber der
Politik in Rom bewusst sein sollte. Das politische Aus des
"Cavaliere" wäre für Italien ein Segen, ist aber mit Unwägbarkeiten
verknüpft. Bleibt nur zu hoffen, dass Letta für alle Fälle vorgesorgt
hat.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.08.2013 - 22:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 920731
Anzahl Zeichen: 1805
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 227 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue OZ: Kommentar zu Italien/Silvio Berlusconi"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) rät zu einem drastischen Schuldenschnitt bei den Kommunen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagte Steinbrück: "Die Finanzlage der Kommunen ist dramatisch schlecht. Dabei entscheidet sich das Vertrauen der Bürger in die
Zahl der Haftplätze in Deutschland sinkt auf neuen Tiefstand / Bundesweit mehr als 1700 Plätze seit 2019 abgebaut - Gleichzeitig wieder mehr Inhaftierte ...
Angesichts wieder steigender Gefangenenzahlen steuert der deutsche Strafvollzug auf einen historischen Engpass bei den Kapazitäten zu. Nach einer exklusiven Auswertung der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) gibt es in den deutschen Gefängnissen so wenige Haftplätze wie seit sieben Jahre
Steinbrück kritisiert Sozialleistungen für "wohlhabenden Mittelstand" / Ex-Finanzminister hält Mütterrente und Elterngeld für problematisch - Sozialstaat müsse sich auf Bedürftige kon ...
Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sieht bei steuerfinanzierten Sozialleistungen "eine Komplexität erreicht, die das hohe Kulturgut des Sozialstaates gefährdet". Das sagte er im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). "Manche Maßnahmen
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung
Neue OZ: Kommentar zu Iran ...
Der Iran hat es in der Hand Wirtschaftsmisere, Isolation und Atomstreit - Hassan Ruhani muss vordergründig gleich drei schwere Probleme des Iran auf einmal lösen. Und doch ist es nur eine dieser drei Schwierigkeiten, die einen Durchbruch bei den beiden anderen ermöglichen kann: der Atomstre
Weser-Kurier: Der "Weser-Kurier" (Bremen) kommentiert in seiner Ausgabe vom 3. August zum britischen Geheimdienst ...
"Wer zahlt, der bestellt die Musik", lautet ein englisches Sprichwort. Also dürfen sich die Briten jetzt nicht wundern, dass sie faktisch gezwungen wurden (und wahrscheinlich heute noch werden), als Gegenleistung für die amerikanische Mitfinanzierung ihres Spionagedienstes manche eben
Stuttgarter Zeitung: Despotentum in neuer Form / Leitartikel zu Italien/Berlusconi ...
Es hat sich ein Despotentum in Italien breitgemacht. 20 Jahre lang hat sich, im Für und Wider, die gesamte Politik nur um diesen einen Mann gedreht. Seit April dieses Jahres nun regieren in der Großen Koalition auch Berlusconis frühere Gegner mit, die Sozialdemokraten. Aber weil sie alle geme
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu USA/Ägypten/Kerry ...
Ob US-Außenminister Kerry recht hat mit seiner Äußerung, das ägyptische Militär habe die Demokratie im Land wiederhergestellt, das ist die Millionen-Dollar-Frage. Zunächst einmal haben die Generäle eine in freien Wahlen ins Amt gekommene Regierung abgesetzt. Der reinen Demokratielehre ent




