Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Bahn
ID: 925503
Mainz mit seinen massiven Problemen am Hauptbahnhof wird
möglicherweise kein Einzelfall bleiben. Glaubt man der Eisenbahn- und
Verkehrsgewerkschaft, fehlen bei der Bahn 1000 Fahrdienstleiter. Das
Unternehmen selbst räumt eine bundesweit angespannte Situation ein -
ein Offenbarungseid. Womöglich ist es nur Glück oder dem Zufall zu
verdanken, dass sich ähnliche Engpässe wie in der
rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt nicht schon anderswo ergeben
haben.
Man kennt so etwas auch aus der Privatwirtschaft. Um Gewinne zu
maximieren, werden auf Teufel komm 'raus Kosten gedrückt - auf dem
Rücken der Beschäftigten und zulasten der Qualität. Selbst angesehene
Unternehmen wie Daimler machen da keine Ausnahme. Wegen mangelhafter
Produkte rutschte das Ansehen des Autobauers zeitweise tief in den
Keller.
Ähnlich ergeht es nun der Bahn, bei der seit der Privatisierung
1994 und dem vor einigen Jahren abgeblasenen Börsengang das
Gewinnstreben deutlich ausgeprägt war. Das ist im Grunde nicht
falsch. Nur besteht gutes Management darin, den Bogen nicht zu
überspannen und nicht nur zu sparen, sondern zugleich klug zu
investieren.
Bei der Bahn mit ihren massiven Personalproblemen ist hier
deutlich erkennbar viel versäumt worden - höchste Zeit, die Weichen
neu zu stellen in Richtung Qualität und Zukunftssicherung.
Uwe Westdörp
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 12.08.2013 - 22:00 Uhr
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